Wie du mit deinen Schwächen im Vorstellungsgespräch punkten kannst

27. Februar 2020

Warum du auf die Frage nach deinen Schwächen ehrlich antworten solltest

Die Frage nach den eigenen Stärken ist schon manchmal schwierig, aber die Nennung von Schwächen zählt für viele Bewerber zum unangenehmsten Teil des Vorstellungsgesprächs. Kein Wunder, schließlich versuchst du im Bewerbungsgespräch insbesondere deine Stärken zu betonen. Die Frage nach den Schwächen kommt da eher ungelegen.

In unserem Beitrag möchten wir dir zeigen, warum gerade in dieser Frage viel Potenzial steckt, dich als Bewerber ganz weit nach vorn zu bringen und aus der Masse herauszustechen. Wichtig dafür ist zunächst einmal zu verstehen, was genau hinter der Frage nach den Schwächen steckt.

Warum Personaler nach deinen Schwächen fragen

Du denkst, die Frage nach deinen Schwächen sei ein Fallstrick? Wir sagen: Du solltest sie als Chance erkennen! Auf den ersten Blick wirkt die Frage natürlich so, als ob sie nur dazu dienen soll, dich aus dem Konzept zu bringen. In Wirklichkeit möchte dein vielleicht zukünftiger Arbeitgeber aber damit prüfen, wie ehrlich und selbstkritisch du bist. Darüber gibt nämlich weder dein Lebenslauf noch deine Bewerbung mit der Auflistung deiner Stärken Aufschluss.

Die Fähigkeit zur Selbstkritik ist eine entscheidende Eigenschaft, wenn es darum geht, dich im Job zu verbessern und dich persönlich weiterzuentwickeln. Wie das Unternehmen und auch sicherlich du weißt, wird es in deinem neuen Job ganz bestimmt die ein oder andere schwierige Situation geben. Dann ist es wichtig, dass du dir Fehler eingestehen und trotzdem motiviert weitermachen kannst.

Die Frage nach den Schwächen gibt also deinem potenziellen Arbeitgeber gleich über drei Dinge Aufschluss: deine Ehrlichkeit, deine Fähigkeit zur Selbstreflexion und deine Frusttoleranz. Dabei sind diese drei Eigenschaften mehr wert als etwaige Schwächen, von denen du denkst, sie könnten dich vielleicht den Job kosten.

Die Frage nach deinen Schwächen auch inkognito erkennen

Nicht immer wird dir die Frage nach deinen Schwächen im Vorstellungsgespräch direkt gestellt. Ein neuer Trend geht dahin, sie geschickt zu verpacken. Mögliche Formulierungen lauten zum Beispiel:

  • Wie würden Ihre Freunde / Ihre Kollegen beziehungsweise Ihr Chef Sie beschreiben?
  • Welche Eigenschaften schätzen Sie an Kollegen?
  • Welche Eigenschaft würden Sie gerne an sich ändern?

Bei diesen Fragestellungen handelt es sich um die gleiche Frage nur in einer anderen Verpackung. Es lohnt sich also, genau zuzuhören!

Auch sogenannte Skalenfragen („Auf einer Skala von 1 bis 10: Was …?“) erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Es kann also sein, dass der Personalverantwortliche dich deine Fähigkeiten auf einer Skala einschätzen lässt. Mache dir dabei bewusst, dass Werte unterhalb von 7 häufig schon als Schwäche ausgelegt werden. Eine 10 hingegen wirkt schnell überheblich. Wähle also einen Wert zwischen 7 und 9, um deine Stärken zu benennen.

Wie du auf die Frage nach deinen Schwächen richtig antwortest

„Nobody is perfect“ – dieser Satz gilt auch für das Bewerbungsgespräch. So zu tun, als hättest du keine Schwächen wirkt nicht nur wenig authentisch und arrogant, sondern es wird dir auch kein Personalverantwortlicher abnehmen. Du darfst und solltest bei der Frage also ruhig ein paar Schwächen einräumen.

Aber Vorsicht: Hände weg von Standardantworten oder veralteten Ansätzen! Auch dein potenzieller Arbeitgeber kennt vorgefertigte Antworten aus Bewerbungsratgebern und dem Internet. Vielleicht hast du auch schon mal den Tipp gehört, dass man eine eigentliche Stärke in eine vermeintliche Schwäche umformulieren soll. Doch Achtung – auch dieser Ansatz gilt mittlerweile als überholt. Auch von vermeintlich „witzigen“ Antworten, wie zum Beispiel „Ich habe eine Schwäche für Schokolade“, solltest du besser die Finger lassen.

Doch welche Antwort kommt beim Vorstellungsgespräch gut an? Wir haben dir hilfreiche Tipps zusammengestellt:

1. Keiner verlangt, dass du deine Schwächen und Unzulänglichkeiten bis ins kleinste Detail offenlegst. Es reicht völlig aus, wenn du ein bis zwei Schwächen nennst.

2. Um authentisch zu wirken, solltest du tatsächliche Schwächen nennen und dir nicht irgendwas ausdenken oder Beispiele aus dem Internet nehmen. Wenn dir absolut nichts einfällt, dann frag doch mal deine Kollegen, Freunde oder Familie.

3. Deine Schwäche kannst du mit Worten wie gelegentlich, hin und wieder, manchmal, stellenweise etc. einschränken.

4. Achte darauf, dass deine genannte Schwäche keine Fähigkeit ist, die in der Stellenausschreibung direkt genannt wird oder die der Job impliziert erfordert. Einen unkreativen Webdesigner oder einen Texter mit Schreibblockaden wird sicherlich niemand einstellen wollen.

5. Idealerweise wählst du eine Schwäche, an der du bereits arbeitest. So signalisiert du Lernwillen und Einsatzbereitschaft.

6. Und last but not least: Denke kurz nach, bevor du deine Schwächen nennst. Wenn du wie aus der Pistole geschossen antwortest, wirkt es wie auswendig gelernt.

Fazit

Schwächen zugeben? Unbedingt! Denke im Vorstellungsgespräch immer daran, dass dein Gegenüber dich nicht nach deinen Schwächen fragt, um dich fertig zu machen. Vielmehr geht es darum, festzustellen, ob du zur kritischen Selbstreflexion fähig bist und ob du konstruktiv mit deinen Schwächen umgehst. Setze dich deshalb mit deinen Schwächen vor dem Gespräch auseinander und gestehe sie dir selbst ein, um reflektiert antworten zu können.


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