Vorsicht auf Facebook

21. Oktober 2011

Das soziale Netzwerk Facebook erscheint allgegenwärtig. Kein Wunder bei über 750 Millionen Nutzern weltweit. Neben den positiven Aspekten, die ein soziales Netzwerk zu bieten hat, bestehen allerdings auch einige Risiken. Insbesondere für Facebook-Nutzer gibt es drei sensible Bereiche, die zu Fallen werden können.

  1. Datenschutz: Facebook sammelt alle von den Nutzern zur Verfügung gestellten Daten und erstellt daraus ein Profil, welches wiederum von Werbekunden für angepasste Werbung genutzt wird. Denn damit finanziert sich Facebook. Ein „Extremszenario“ wäre: Krankenversicherungen, die über Facebook werben, können so z.B. von Extremsportarten, gesundheitlichen Einschränkungen oder sexuellen Orientierungen erfahren. Daraufhin können Sie ihre Angebote so zuschneiden, dass nur diejenigen, die durch ihre Interessen und Vorlieben als „risikoarm“ eingestuft werden, eine günstige Versicherung erhalten. Selbst beim Abmelden kann nicht kontrolliert werden, ob tatsächlich alle Daten gelöscht worden sind. Der angehende Jurist Max Schrems forderte eine auf CD gebrannte Auflistung seiner Daten von Facebook ein. Diese enthielt 1200 DIN A4-Seiten: Nachrichten, Profileinträge, Chat-Protokolle der letzten drei Jahre, darunter vieles, was der Student bereits aus seinem Profil gelöscht hatte. Nun hat die Wiener Initiative „europe-v-facebook“ um den Jurastudenten 22 Anzeigen bei der irischen Datenschutzbehörde gegen Facebook erstattet. Es wird geprüft, ob Rechtsverstöße vorliegen. Des Weiteren gibt es aktuelle Gerichtverfahren zum Thema Datenschutz bei Facebook in den USA. Die Betreiber des Netzwerks mussten zugeben, dass sie auch Daten von ausgeloggten Nutzern sammeln. Dies würde geschehen, um die Nutzung der „Like-Buttons“ auch außerhalb der Netzwerk-Seiten zu ermöglichen.
  2. Anwenderfehler: Falsche Grundeinstellungen, die bei der Eröffnung eines Accounts aktiviert sind, fördern Lücken im Datenschutz. Die Datenschutzeinstellungen im eigenen Profil sollten unbedingt ernst genommen werden. Es ist empfehlenswert, immer wieder in die Einstellungen zu schauen und diese auf Aktualität zu überprüfen. Nicht immer werden Änderungen von Facebook sofort publik gemacht. Ein drastisches Beispiel für einen Anwenderfehler war die Partyeinladung der 16-jährigen Thessa, die für alle sichtbar erschien und nicht bloß ihren Freunden. Die 16-jährige hatte versehentlich damit quasi alle Facebook-Nutzer zu ihrer Party eingeladen. Mehr als 1000 Menschen sind schließlich zu ihrem Geburtstag nach Hamburg gekommen. Immer wieder passieren Facebook-Nutzern solche Fehler wie Thessa. In Australien hatte laut n24.de eine Schülerin im März 2011 aus Versehen eine offene Einladung mit ihrer Adresse auf Facebook hochgeladen. Fast 200.000 Gäste hatten sich daraufhin angekündigt. Deshalb also: Alle Privatsphären- Einstellungen vor Veröffentlichung noch mal checken! Eine Sortierung der Kontakte in entsprechende Listen kann auch hilfreich sein.
  3. Viren&Co. : Gefährlicher als auf anderen Internetseiten oder per E-Mail ist die Ansteckung mit Viren auf Facebook. Denn die meisten Nachrichten erhält man scheinbar von Freunden. Also von Leuten, die man kennt und denen man vertraut. Die Ansteckung mit Viren erfolgt häufig per Chat, per Nachricht oder Pinnwandeintrag als Aufforderung auf einen bestimmten Link zu klicken. Diese Links versprechen lustige oder spannende Videos und verführen mit reißerischen Titeln zum Klicken. Jedoch führen diese häufig auf gefälschte Seiten, die wie die von Facebook aussehen oder es heißt auf dieser Website z.B. das Foto wurde verschoben. Dort wird der Virus auf dem Computer installiert, sobald ein harmloser Klick wie „View Photo“ ausgelöst wird. Dieser großen Gefahr kann eigentlich nur mit Achtsamkeit und einer gewissen Portion Misstrauen vorgebeugt werden. Wenn der eigene Computer mit dem Virus infiziert ist, dann schickt die Schadsoftware automatisch an alle Freunde den Link zur gefälschten Seite und der Virus verbreitet sich weiter. Im Zweifel fragt man beim Facebook-Freund nach, ob das Versenden des Links beabsichtigt war. Auch bei der Nutzung einiger Facebook-Anwendungen sollte man vorsichtig sein. Eine weit verbreitete Anwendung war eine Funktion, die versprach, alle Besucher der eigenen Profilseite erkennbar zu machen. Was genau hinter dieser Anwendung steckt ist noch unklar, höchstwahrscheinlich sollten so die Daten der Nutzer ausgespäht werden. Facebook hat bereits vereinzelt die automatischen Postings auf den Pinnwänden, teilweise auch verdächtige Anwendungen, gelöscht.

Schutzsoftware

Es gibt mittlerweile ein paar nützliche Apps auf Facebook (z.B. kostenlos von Norton Safeweb). Diese scannen alle Links auf der Pinnwand oder was gesendet wurde. Leider ist diese Schutzsoftware reaktiv, d.h. sie erkennt nur bereits bekannte gefährliche Seiten und kann diese filtern. Neue Links, die zu neuen gefährlichen Webseiten führen, werden nicht erkannt. Eine weitere Schutzsoftware ist ZoneAlarm von FreeFirewall, welche das gesamte Profil analysiert. Sie bietet zwar eine fortgeschrittenere Technik, produziert dafür aber auch häufiger einen Fehlalarm, z.B. falls einer der Freunde in einer anderen Sprache postet. Facebook selbst bietet derzeit eine Beta-Version des Virenscanners „safego“ zum kostenlosen Download an. Zusätzlich kann man sich bei Facebook Gruppen informieren, die vor solchen Attacken warnen, z.B. Facecrooks.

Soziale Netzwerke machen den Nutzer gläsern, können ihn bloßstellen oder ihm sogar schaden – wenn er nicht aufpasst. Jeder Nutzer muss sich ein Stück weit bewusster werden, wie viel und was er von sich online preisgibt. Wie sehen Ihre Erfahrungen mit Facebook aus? Was ist Ihre Meinung zum Thema Datenschutz bei Facebook? Was könnte, sollte oder muss Facebook besser machen?

Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare.

Dorothea Zeidler


Kommentare

  1. Also ich habe in der letzten Zeit (2 Monate) bemerkt, dass mein Virenscanner Alarm geschlagen hat und ich ein paar Virensignaturen in Quarantäne stellen konnte. Und das bei geöffneten Facebook-Seiten.
    Die Datensicherheit ist mir auch ein Dorn im Auge, denn wie soll man überprüfen was mit den Daten geschieht. Die Gesetzgebung in anderen Ländern unterscheidet sich sehr wohl mehr als bei uns.
    Also war ich so schlau nicht allzuviel von mir persönlich preiszugeben. Ausserdem betreibe ich ein wenig Verwirrungstaktik was die Daten betrifft.

    Kommentar von Pichler Hans-Werner - 21. Oktober 2011 um 10:29

  2. Was mich eigentlich wundert ist, dass bisjetzt nicht so viele zu Google+ gewechselt haben. Schließlich scheinen ziemlich viele des Datenschutzmankos bewusst zu sein, wollen aber nichts dagegen selbst unternehmen. Eigentlich schade.

    Kommentar von Gernitz - 21. Oktober 2011 um 10:29

  3. @Gernitz: Die Datensicherheit ist sicherlich bei allen sozialen Netzwerken diskutabel. Ob Google+ als größter Datensammler überhaupt eine gute Alternative darstellt, sicherlich auch.
    Ansonsten stimme ich Ihnen zu, dass zumindest einige der Grundeinstellungen auf Google+ besser geregelt sind. Ob sich Google+ als Konkurrent von Facebook behaupten kann, wird sich sicherlich in der nächsten Zeit noch zeigen.

    Viele Grüße

    Dorothea Zeidler

    Kommentar von d.zeidler - 21. Oktober 2011 um 10:29

  4. Also ich habe in der letzten Zeit (2 Monate) bemerkt, dass mein Virenscanner Alarm geschlagen hat und ich ein paar Virensignaturen in Quarantäne stellen konnte. Und das bei geöffneten Facebook-Seiten.
    Die Datensicherheit ist mir auch ein Dorn im Auge, denn wie soll man überprüfen was mit den Daten geschieht. Die Gesetzgebung in anderen Ländern unterscheidet sich sehr wohl mehr als bei uns.
    Also war ich so schlau nicht allzuviel von mir persönlich preiszugeben. Ausserdem betreibe ich ein wenig Verwirrungstaktik was die Daten betrifft.

    Kommentar von Pichler Hans-Werner - 21. Oktober 2011 um 10:29

  5. Was mich eigentlich wundert ist, dass bisjetzt nicht so viele zu Google+ gewechselt haben. Schließlich scheinen ziemlich viele des Datenschutzmankos bewusst zu sein, wollen aber nichts dagegen selbst unternehmen. Eigentlich schade.

    Kommentar von Gernitz - 21. Oktober 2011 um 10:29

  6. @Gernitz: Die Datensicherheit ist sicherlich bei allen sozialen Netzwerken diskutabel. Ob Google+ als größter Datensammler überhaupt eine gute Alternative darstellt, sicherlich auch.
    Ansonsten stimme ich Ihnen zu, dass zumindest einige der Grundeinstellungen auf Google+ besser geregelt sind. Ob sich Google+ als Konkurrent von Facebook behaupten kann, wird sich sicherlich in der nächsten Zeit noch zeigen.

    Viele Grüße

    Dorothea Zeidler

    Kommentar von d.zeidler - 21. Oktober 2011 um 10:29

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