Rechtsgrundlagen für Social Media

26. August 2014

Das Internet ist, obwohl es durch das Überangebot an Informationen oft so scheint, kein rechtsfreier Raum. Der Bilder- und Texteklau ist zwar weit verbreitet aber kein Kavaliersdelikt. Unter Umständen drohen Abmahnungen, denn viele Anwaltskanzleien haben die Urheber- und Nutzungsrechteverletzungen im Internet für sich entdeckt und durchforsten das Web nach möglichen Verstößen. Stellen Sie sich kurz folgendes Szenario vor: Ein privater Blogger benutzt ohne vorherige Genehmigung ein Produktfoto von einer Unternehmensseite für seine Produktbeschreibung. Was sollte das Unternehmen in einem solchen Fall tun?

Blogger sind auf professionell gemachte Bilder angewiesen, um Traffic zu ihrem Blog generieren zu können und so werden in den Blogs, oft im Rahmen einer Rezension oder eines Tests, Bilder von anderen Webseiten verwendet. Das Medium Internet verleitet durch seine Fülle an Informationen und sein Überangebot an Bildern manche Blogger zu dem Gedanken, fremde Bilder nach eigenem Ermessen zu verwenden, gehöre zur „üblichen Praxis“. Es spricht auch grundsätzlich nichts gegen das Teilen von Inhalten, vorausgesetzt es geschieht mit Einverständnis des Fotografen und die Quellen sind eindeutig und leicht erkennbar. Die Richtlinien für die Verwendung von Bildern sind (leider) nicht immer eindeutig formuliert und einige Social Media Plattformen, wie zum Beispiel Facebook oder EyeEm räumen die Nutzungsrechte an Bildern schon bei der Anmeldung mit ein.

Verletzung des Urheberschutz- bzw. Nutzungsrechts

In unserem fiktiven Beispiel verletzt der Blogger das Urheberschutz- und Nutzungsrecht, in dem er das Produktbild unerlaubt verwendet. Grafischer Content und Fotografien werden durch das Urhebergesetz auch im Internet geschützt und dürfen ohne Einverständnis des Urhebers (des Fotografen) oder der Institution, die die Nutzungsrechte erworben hat (in diesem Fall das Unternehmen, weil es sich in der Regel um ein Auftragsshooting – bezahltes Produktshooting – handelt) nicht verwendet werden. Da es aber nicht verboten ist, einen Link zu einem Foto auf einer Unternehmensseite, die das Foto enthält zu veröffentlichen, kann so der Bildrechtekonflikt ohne Abmahnung oder Ähnliches gelöst werden.

Tipp für Unternehmen: Blogger als Multiplikatoren einsetzen

Manchmal ist es für ein Unternehmen nicht ratsam, mit voller Gesetzesstrenge gegen eine Privatperson vorzugehen und den Disput ggf. in der Öffentlichkeit auszutragen. Denn ja, ein Blogger würde auch darüber schreiben. Eine Kontaktaufnahme ohne Einschaltung eines Anwalts ist das mildere Mittel, um eine Rechtsverletzung zu unterbinden. In diesem Fall muss das Bild unverzüglich vom Blog entfernt werden.

Unternehmen können Blogger auch erfolgreich als Multiplikatoren einsetzen, schließlich muss eine Marke sich rechtzeitig um eine positive Beziehung zur Presse und eben auch zu den Bloggern kümmern. Je eindeutiger die Urheber bzw. Nutzungsrechte an den Bildern auf der Unternehmensseite kommuniziert werden, desto besser.

Hat eine Unternehmenswebseite eine Unterseite für den Pressebereich, sind Unklarheiten bezüglich der Verwendung der Bilder von vornherein beseitigt und die Fotos können ganz bequem auf diesem Wege angefragt und verhandelt werden. Selbstverständlich ist kein Unternehmen dazu verpflichtet, sondern handelt in so einem Fall ausgesprochen presseorientiert.

!function(d,s,id){var js,fjs=d.getElementsByTagName(s)[0],p=/^http:/.test(d.location)?’http‘:’https‘;if(!d.getElementById(id)){js=d.createElement(s);js.id=id;js.src=p+‘://platform.twitter.com/widgets.js‘;fjs.parentNode.insertBefore(js,fjs);}}(document, ’script‘, ‚twitter-wjs‘);Im nächsten Artikel gehe ich auf die korrekte Verwendung von GEMA-freier Musik zum Beispiel für Unternehmensvideos ein sowie auf die Suche und Nutzung von lizenzfreiem Content.

Autorin Elena Abrams arbeitet als Teamleiterin in der Online-Redaktion von Euroweb. Die studierte Social Media Managerin und Medien-/Kulturwissenschaftlerin bereiste mehrere Jahre als Autorin für Print und TV, Dokumentarfilmerin, Scout und Model China, Hong Kong, Singapur und Australien. Brennend interessiert sie sich für neue Trends in den Bereichen Social Media, Suchmaschinenoptimierung, E-Commerce & Online Journalismus.


Kommentare

  1. Alles richtig und gute Gedanken. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass auch Euroweb geflissentlich über Diffamierungen hinweg sieht und sich nicht wehrt. Kein gutes Beispiel

    Kommentar von Andreas Neuber - 26. August 2014 um 16:18

  2. Vielen Dank, dass Ihnen mein Artikel gefallen hat. Leider sind Diffamierungen in Foren und anderen Portalen keine Seltenheit und obwohl es die „Notice and take down“ Regel herrscht, verliert man in der Social Media Welt leicht den Überblick. Wie und wie schnell ein Unternehmen oder eine Privatperson reagieren kann, hängt natürlich auch von den Forenbetreibern ab.

    Ein Forumbetreiber muss gewährleisten, dass sein
    Forum regelmäßig von Moderatoren überwacht wird und sich nicht darauf verlassen, dass ein anderer Nutzer ihn auf die rechtswidrigen Posts oder Verstöße gegen die Forum-Netiquette aufmerksam macht. Sobald man davon in Kenntnis gesetzt wurde – direkt, per E-Mail oder durch eine Abmahnung – gilt es einen rechtswidrigen Inhalt sofort zu löschen und dafür zu sorgen, dass er nicht mehr abrufbar ist (dies gilt auch für Google-Cache).

    Handelt es sich jedoch um einen Bewertungsportal, in dem auch Kritik zugelassen
    und erwünscht ist, hat der Forumbetreiber nicht die Pflicht das betroffene Unternehmen sofort zu informieren. Solange sich der wütende Kunde gemäß der Forum-Richtlinien verhält und keine Rechtswidrigkeit begeht, liegt es im Ermessen
    des Forumbetreibers, wie er mit den betroffenen Beiträgen verfährt.

    Kommentar von Elena Abrams - 26. August 2014 um 16:18

  3. Alles richtig und gute Gedanken. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass auch Euroweb geflissentlich über Diffamierungen hinweg sieht und sich nicht wehrt. Kein gutes Beispiel

    Kommentar von Andreas Neuber - 26. August 2014 um 16:18

  4. Vielen Dank, dass Ihnen mein Artikel gefallen hat. Leider sind Diffamierungen in Foren und anderen Portalen keine Seltenheit und obwohl es die „Notice and take down“ Regel herrscht, verliert man in der Social Media Welt leicht den Überblick. Wie und wie schnell ein Unternehmen oder eine Privatperson reagieren kann, hängt natürlich auch von den Forenbetreibern ab.

    Ein Forumbetreiber muss gewährleisten, dass sein
    Forum regelmäßig von Moderatoren überwacht wird und sich nicht darauf verlassen, dass ein anderer Nutzer ihn auf die rechtswidrigen Posts oder Verstöße gegen die Forum-Netiquette aufmerksam macht. Sobald man davon in Kenntnis gesetzt wurde – direkt, per E-Mail oder durch eine Abmahnung – gilt es einen rechtswidrigen Inhalt sofort zu löschen und dafür zu sorgen, dass er nicht mehr abrufbar ist (dies gilt auch für Google-Cache).

    Handelt es sich jedoch um einen Bewertungsportal, in dem auch Kritik zugelassen
    und erwünscht ist, hat der Forumbetreiber nicht die Pflicht das betroffene Unternehmen sofort zu informieren. Solange sich der wütende Kunde gemäß der Forum-Richtlinien verhält und keine Rechtswidrigkeit begeht, liegt es im Ermessen
    des Forumbetreibers, wie er mit den betroffenen Beiträgen verfährt.

    Kommentar von Elena Abrams - 26. August 2014 um 16:18

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