Onpage-SEO: Das Linkjuice Prinzip – Teil 1

11. Oktober 2011

Linkjuice kurz veranschaulicht

Als Linkjuice bezeichnet man in der SEO (Search Engine Optimization = Suchmaschinenoptimierung) alle positiven Eigenschaften, welche durch einen internen oder externen Link vererbt werden können. Oft wird in diesem Zusammenhang auch der PageRank erwähnt.

Wie für uns das Blut „der Saft des Lebens“ ist, so ist im Web der Linkjuice der „Saft des Links“. Als „Linkjuice-Flow“ bezeichnet man dann die Vergabe (das Fließen) des Linkjuice.

Stellen Sie sich zur Veranschaulichung einmal eine Pyramide, die aus Eimern gebildet wird, vor. Aus jedem Eimer führen zwei Öffnungen in die darunterliegenden Eimer. Gießen Sie nun in den ersten Eimer etwas Flüssigkeit hinein, so gelangt von Etage zu Etage immer weniger „Juice“ in die einzelnen Gefäße. Geben Sie nun oben oder auch in einer Zwischenetage mehr „Juice“ hinzu, so kann auch mehr weitergegeben werden. So in etwa verhält es sich auch mit dem Linkjuice.

Übertragen wir das Modell auf eine Webseite mit einer bestimmten Anzahl von Links:

Nehmen wir an, die Seite enthält z.B. 10 ausgehende Links, so kann jeder dieser Verweise 1/10 des Linkjuice – welcher von dieser Seite insgesamt vererbt werden kann – weitergeben. Da nun durch jeden zusätzlichen Link auf dieser Seite, der Linkjuice der einzelnen Verweise sinkt, sollten Sie beim Einsatz von externen (ausgehenden) Verweisen stets überlegt handeln. Dies soll jedoch nicht heißen, dass Sie nun gar keine Verweise mehr platzieren sollten. Vielmehr sollten Sie bei sehr linkintensiven Seiten darauf achten, dass diese keine allzu hohe Link-Popularity (Die Anzahl der Links, die auf eine Webseite verweisen und für Suchmaschinen so eine Grundlage zur Qualitätsbewertung darstellen.) aufweisen. So dämmen Sie den Verlust auf die gesamte Website gesehen ein.

Als interessant erscheint Ihnen nun sicherlich der Gedanke, den Linkjuice-Flow gezielt zu lenken. Dies bezeichnet man dann als Link Sculpting, oder auch als PageRank Sculpting, da Sie so den PageRank in gewisser Weise formen können. Hierzu gibt es verschiedene Lösungsansätze welche ich hier ebenfalls aufzeigen möchte.

Eine Idee könnte es sein, neben externen Verweisen immer auch eine ähnliche Anzahl interner Links zu platzieren. So würde – wie oben beschrieben – der einzelne Vergabewert sinken. Dieser Weg ist bei Webseiten, auf denen sich viele ausgehende Links nur schwer vermeiden lassen, zu empfehlen.

Um zu einem weiteren Lösungsansatz zu kommen, sei eine entscheidende Veränderung beim „rel-Attribut“ zu erwähnen:

Mit diesem Attribut konnte man z.B. durch den Wert „nofollow“ (also <a href=“http://website.tdl“ rel=“nofollow“ …>externer Link</a>) die Vergabe des Linkjuice für den jeweiligen Link unterbinden. Aus verschiedenen Gründen änderte Google 2009 jedoch seine Interpretation dieses Attributes. Betrachtet man die Grafik, so ist nun zu erkennen, dass man früher den Vergabewert wichtiger Links erhöhen (konzentrieren) konnte, wenn man unrelevantere Links durch die Verwendung von „nofollow“ von der Vergabe ausschloss.

Nach dieser Änderung fallen die „nofollow Links“ jedoch wieder mit in die Berechnung ein. Die mit „nofollow“ gelinkten Seiten erhalten zwar weiterhin keinerlei Linkjuice, jedoch steigt dadurch auch nicht mehr der Vergabewert der restlichen Links. Die Nutzung des rel=“nofollow“ Attributes ist für die Verwendung zum Link-Sculpting folglich nutzlos geworden, schlimmer noch: Ein Teil des kostbaren Linkjuice versickert einfach.

Dies war Teil 1 von 2 zum Thema Linkjuice. In Teil 2 zeige ich Ihnen einen Ersatz für das rel-Attribut sowie hilfreiche Tipps, um den Linkjuice-Flow zu kontrollieren. Schauen Sie also in wenigen Tag wieder vorbei!

Christian Liepelt