M-Commerce – Boom im Jahr 2011

30. November 2010

Der Verkauf über mobile Endgeräte, M-Commerce genannt, ist ein noch recht junger Handelskanal. Im Wesentlichen ist das mobile Einkaufen erst seit der Einführung des iPhones und einer Reihe anderer internetfähiger Smartphones wirklich in Schwung gekommen. Zu beschränkt waren vorher die Möglichkeiten bspw. über das frühe WAP (Wireless Application Protocol), zu klein die Bildschirme der mobilen Endgeräte, mit denen nur umständlich das Internet nach Produkten durchforstet werden konnte. Doch die Geräte- und Mobilfunkbetreiber sind seit einigen Jahren eifrig dabei, das Internet mobil zugänglich zu machen. Der Boom im Bereich M-Commerce blieb, nicht zuletzt aufgrund fehlender Angebote, bisher allerdings aus.

Doch damit soll 2011 Schluss sein. Laut einer Studie von Etracker, die exklusiv für das Portal iBusiness angefertigt wurde, soll im nächsten Jahr endlich der Durchbruch für den mobilen Sektor kommen. Der Studie zufolge ist bereits in diesem Jahr ein signifikanter Anstieg der Zugriffszahlen von mobilen Endgeräten auf Shopping-Portale auszumachen. Allerdings: Primär nutzen die Verbraucher das mobile Internet momentan noch, um sich über Produkte zu informieren, weniger um sie tatsächlich zu kaufen. So ergab die Studie „Mobile Commerce Insights 2010“, dass sich zwar bereits 80 Prozent der befragten Smartphone-Nutzer mobil über Produkte informieren, allerdings nur 56 Prozent bisher tatsächlich mobil einen Kauf getätigt haben.

Portale, bei denen das M-Commerce bereits gut und auch erfolgreich funktioniert sind bspw. Amazon oder eBay. Hier sind sowohl die mobile Website als auch mobile Applikationen für Android- und iOS-Benutzer (iPhone, iPad) vorhanden und ausgereift genug, um das Vertrauen und die Kaufbereitschaft der Nutzer anzusprechen. Durch große Anzeigenkampagnen in überregionalen Tageszeitungen bekannt, setzt auch Lufthansa bereits erfolgreich auf den mobilen Verkaufssektor. Neben einer mobilen Website bietet Lufthansa für alle internetfähigen Endgeräte speziell entwickelte Apps. Erst im Oktober dieses Jahres wurde die iPhone Applikation sogar mit dem Smaato Mobile Advertising Award 2010 ausgezeichnet. Der Erfolg der Lufthansa-App ist vor allem ihrem Mehrwert für die Kunden zu verdanken. So können Lufthansa-Kunden nicht nur Fluginformationen abrufen, sondern auch auf Flugbuchung, Check-In, die Buchungsübersicht und ihren Miles & More Kontostand zugreifen.

Die Hemmschwelle für M-Commerce-Aktivitäten schwindet langsam aber sicher bei den Konsumenten. So machen bereits viele Menschen von der Möglichkeit gebrauch, ihre Fahrkarten direkt über das Handy zu kaufen. Die meisten Nutzer überzeugt dabei die schnelle, zeit- und orts-unabhängige sowie unkomplizierte Art zu bezahlen. Größere Einkäufe tätigen die meisten Leute allerdings immer noch lieber vom heimischen Rechner oder direkt im Geschäft.

KMU’s denken noch nicht mobil

Noch ein Problem kommt hinzu: Viele der Unternehmen sind noch nicht genug auf den wachsenden mobilen Markt vorbereitet. Branchenkenner empfehlen deshalb den Unternehmen, so früh wie möglich mit einem eigenen mobilen Angebot zu starten, um sich in diesem Bereich ausreichend Know-how zuzulegen. Essenziell wird laut Frederik Birghan von iBusiness sein, dass die Unternehmen bei den Konsumenten eine Vertrauensbasis für das mobile Geschäft schaffen. Dies liegt vor allem in der höheren Intimität der Geräte wie Handy oder Smartphone begründet, da sie ständig von dem Besitzer mitgeführt werden und häufig höchstprivate Inhalte mit sich tragen. Vertrauen zu schaffen, wird also im M-Commerce noch wichtiger als es bisher bereits im E-Commerce war. Große, bereits im Vertrauen der Konsumenten gewachsene Marken und Portale wie Amazon oder eBay haben hier sicherlich einen entscheidenden Startvorteil.

Kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) müssen sich möglichst schnell der Tatsache bewusst werden, dass M-Commerce ihnen die Möglichkeit eröffnet, neue Marktsegmente zu erschließen und Kundengruppen an sich zu binden.

In Japan hat das mobile Shopping bereits vorbildhaft seinen Durchbruch erlebt. Allerdings ist im Vergleich zu Deutschland hier einiges anders. So verbringen Japaner die meiste Zeit ihres Tages unterwegs und nicht am heimischen PC. Häufig sind sie dabei auch nicht mit dem Auto unterwegs, sondern nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Beste Vorrausetzungen also, um mobil nicht nur zu surfen, sondern auch einzukaufen.

In Deutschland hat das M-Commerce noch einen weiten Weg vor sich, allerdings auch viel Potenzial für Unternehmen wie Konsumenten. Wenn es die Angebote schaffen, dass Vertrauen der Nutzer zu gewinnen, dann wird dem M-Commerce wohl der gleiche Boom wie dem E-Commerce bevorstehen.

Was halten Sie von den Entwicklungen im Bereich M-Commerce? Haben Sie bereits alles für einen Einstieg Ihres Unternehmens in das M-Commerce-Geschäft vorbereitet?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Viele Grüße,

André Nagel


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