iPad-Besitzer gehören zu einer „selbstsüchtigen Elite“

07. September 2010

Zu diesem Ergebnis kamen die amerikanischen Marktforscher von MyType.

Diese führte von März bis Mai 2010 eine Umfrage unter 20.000 Facebook-Nutzern durch, in der iPad-Besitzer über ihre Persönlichkeitsmerkmale, Wertvorstellungen und Interessen Auskunft geben konnten.

Im Zuge der Auswertungen dieser etwas bizarren Studie kam man zu dem Schluss, dass iPad-User vor allem einer eitlen und selbstsüchtigen Gruppe angehören. In der Tat hat MyType herausgefunden, dass sich ein Großteil der potenziellen Käufer eher für Business und Finanzen interessieren, als für Filme, Musik und Literatur.

Umso merkwürdiger ist es, dass Apple die Nutzung seines mobilen Tablets bzw. die Marketing-Strategie eher auf Freizeitinteressierte ausgerichtet hat.

Es scheint aber eher ein Schreckenszenario zu sein, denn unter diesen Angaben wird wohl eher die allgemeine Charakterisierung der Zielgruppe bewertet. So sind iPad-User demzufolge wohlhabend, anspruchsvoll und gut gebildet. Macht und Einfluss werden von ihnen somit viel höher bewertet als bei denjenigen, die dieses Gerät meiden oder es nicht gut finden.

Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, sind die Kandidaten selbstsüchtiger bzw. egoistischer, da sie weniger Wert auf Empathie, Freundlichkeit und Gemeinsinn im Alltag legen.

So stellte die Marktforschung MyType fest, dass Menschen mit solchen Charaktereigenschaften sechsmal häufiger über die Anschaffung eines iPads entscheiden als jeder Durchschnittsmensch. Demnach besitzen Rund 18 Prozent aus dem elitären Kreis ein iPad, aber nur drei Prozent der „Normalbürger“.

Die Gruppe der Computer-Freaks, die schnell für solch neue technischen Spielereien zu begeistern sind, macht den Markt mit nur vier Prozent aus. Ein Drittel der Gruppe lehnt solch einen Tablet-PC generell ab. Bei der Schnösel-Fraktion tun dies nur vier Prozent.

MyType berichtete auch über die sogenannten Geeks. Diese haben großes Interesse an Computer- und Videospielen, sind Linux-Anhänger, überdurchschnittlich jung und lehnen die Idee einer Familiengründung eher kategorisch ab. Über die Gründe, warum nun die selbstsüchtige Elite zum iPad neigt, die Geeks hingegen sich über dieses Stück Technik eher lustig machen, liegen MyType allerdings keine Daten vor. Die Marktforscher hält das jedoch nicht davon ab, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Normalerweise seien Geeks diejenigen, die bereits 48 Stunden vor dem eigentlichen Verkauf solcher Geräte, vor den Türen der Elektronikmärkte campieren und sich gleich zu Beginn damit schmücken. Darum sei es recht auffällig, dass ein Großteil dieser Gruppe sich negativ zu dem iPad äußere. Klarheit über die Zielgruppe schafft, dass ein Geek nicht gleich ein Geek ist. So gibt es zum einen den Poweruser, der seine meiste Zeit in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter verbringt. Auf der anderen Seite sitzt hingegen der Linux-Junkie, der an Hardware und Programmcode tüftelt.

So sei es auch kaum verwunderlich, dass die letzte Gruppe der „Original-Geeks“ die stärksten Kritiker des iPads sind. So gehören doch Tablet-PCs und Touchscreens schon längst zum alten Eisen. Und eine eher etwas weniger leistungsfähige Hardware, die kein Multitasking beherrscht und keine Kamera für Videochats besitzt; zusätzlich keine Flash-Videos wiedergeben kann und erst gegen Aufpreis mit USB-Anschlüssen ausgestattet ist, sei deren Meinung nach „bemerkenswert limitiert“.

Nun ist Apple auch kein Unschuldslamm und gibt häufig Anlass zu Kritik wie zum Beispiel an der „Closed Shop-Politik“ bei Apps und multimedialen Inhalten.

Umgekehrt stellt sich die Frage: Was finden eigentlich selbstsüchtige Eliten am iPad? „Vielleicht nichts“, lautet die spärliche Antwort von MyType.

So steht bei MyType die elitäre Zielgruppe nicht als Synonym für Reichtum, sonder viel eher für die Eigenschaften einer führenden Klasse von Kultivierten, Intellektuellen und Business-Verantwortlichen. Durch den hohen Erfolgsdruck entstehen so „bildschirmgebundene Workaholics“, die in Scharen nach solch einem Gerät wie dem iPad streben. Der Vorteil liegt hier klar auf der Hand, Bildschirmarbeit bequem in bildschirmlose Umgebungen wie Schlaf- oder Badezimmer verpackt – „Working in the Go“. Alles im Überblick egal von wo aus steuern.

Selbstsüchtige Menschen seien also demnach eher bereit, die Arbeit tiefer in ihr Leben zu lassen, als die Gruppe, für die Familie und Non-Computer-Beschäftigungen einen größeren Stellenwert besitzen. Letztere sind einfach weniger ehrgeizig und zielstrebig – so die These von MyType.

  • Was haltet ihr von dem Ergebnis der amerikanischen Marktforschung?
  • Wer von euch besitzt ein iPad und kann diese Studie nachvollziehen?

Emanuel Rinne


Kommentare

  1. „wohlhabend, anspruchsvoll, gebildet, interessiert sich für finanzen und business“ = „selbstsüchtig“

    LOL

    Kommentar von jardi - 7. September 2010 um 8:43

  2. Ich denke, dass die Studienergebnisse schon nahe an der Wirklichkeit dran sind, jedoch bin ich mir nicht sicher ob nur selbstsüchtige Menschen die Arbeit wirklich tiefer in ihr Leben lassen. Das Gegenteil lässt sich unter anderem in der etwas älteren Ausgabe des SPIEGEL Spezials nachlesen „Was wird aus mir? Wir Krisenkinder: Das Selbstporträt einer Generation“ vom 01.2009. In dem Beitrag werden mögliche Gründe für den Wandel und Hintergründe beschrieben, die aus der Stzudie vielleicht nicht ganz herauszulesen waren…

    Kommentar von Luise - 7. September 2010 um 8:43

  3. Ich finde es ist kein Luxusobjekt, denn der der es sich leisten will spart dafür und der es nicht haben will, der kauft es sich eh nicht. Ansonsten ist es ein Spielzeug für Erwachsene. Sonst weist es auf keine Charaktereigenschaften hin.

    Kommentar von franz - 7. September 2010 um 8:43

  4. „wohlhabend, anspruchsvoll, gebildet, interessiert sich für finanzen und business“ = „selbstsüchtig“

    LOL

    Kommentar von jardi - 7. September 2010 um 8:43

  5. Ich denke, dass die Studienergebnisse schon nahe an der Wirklichkeit dran sind, jedoch bin ich mir nicht sicher ob nur selbstsüchtige Menschen die Arbeit wirklich tiefer in ihr Leben lassen. Das Gegenteil lässt sich unter anderem in der etwas älteren Ausgabe des SPIEGEL Spezials nachlesen „Was wird aus mir? Wir Krisenkinder: Das Selbstporträt einer Generation“ vom 01.2009. In dem Beitrag werden mögliche Gründe für den Wandel und Hintergründe beschrieben, die aus der Stzudie vielleicht nicht ganz herauszulesen waren…

    Kommentar von Luise - 7. September 2010 um 8:43

  6. Ich finde es ist kein Luxusobjekt, denn der der es sich leisten will spart dafür und der es nicht haben will, der kauft es sich eh nicht. Ansonsten ist es ein Spielzeug für Erwachsene. Sonst weist es auf keine Charaktereigenschaften hin.

    Kommentar von franz - 7. September 2010 um 8:43

Einen Kommentar abgeben

Folgende HTML-Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> .