Internetzensur in Deutschland: Kinderpornografie und die Folgen

26. März 2009

Ein heikles Thema – im Web rumort es derzeit. Die Bundesregierung versucht im Schweinsgalopp ein neues Gesetz durchzuboxen, dass im schlimmsten Fall die Zensur des Internets nach Gutdünken von Staat und Polizei gewährleistet. Viele Kritiker dieses Gesetzesentwurfes sehen das Thema Kinderpornografie im Web nur als Vorwand, damit die Bundesregierung dieses doch fast unmöglich zu kontrollierende Wesen namens Internet unter Kontrolle hat.

Sind wir damit von chinesischen Verhältnissen nicht mehr weit entfernt? Wie weit darf man gehen um den unmündigen mündigen Bürger vor schädlichen Einflüssen zu schützen? Wird dieses Gesetz Widerlichkeiten wie Kinderpornografie wirklich eindämmen?

Roland Latzel


Kommentare

  1. Das wird niemals möglich sein … da können noch so viele Gesetze erlassen und so viele Grenzen festgelegt werden …
    Natürlich muss das Thema Kinderpornographie verschärft angegangen werden und auch jede noch so kleine Möglichkeit genutzt werden um dem Einhalt zu gebieten – keine Frage!
    Aber ein Stasi-Netz zu „erschaffen“ und komplett zu kontrollieren ist genau so wahrscheinlich wie die Versuche Musik- oder Video-Piraterie komplett unterbinden zu wollen (man wird wohl kaum alle Cameras und Mikrofone verbieten oder?)

    just my thoughts 😉

    Kommentar von Tobias - 26. März 2009 um 14:15

  2. Ich kann mich da meinem Namensbruder nur zu 100% anschließen.
    Das Thema Kinderpornografie ist ganz klar ein absolutes No-Go.
    Der Versuch dieses jedoch komplett zu unterbinden(wenn auch wünschenswert) wird niemals möglich sein… genau so wenig wie es möglich ist das Internet an sich zu kontrollieren.
    Moralisch mag es durchwegs ein positiver Gedanke sein dies jedoch zu Versuchen.
    Aber bitte nicht auf Kosten der Freiheit.
    Denn wenn die Folge daraus eine mögliche „Internet-Stasi“ oder ähnliches ist, dann gute Nacht Selbstbestimmung.

    Kommentar von Haberl Tobias - 26. März 2009 um 14:15

  3. Daß manche Kritiker „chinesischen Verhältnisse“ befürchten, finde ich arg übertrieben. Es ist Fakt, daß zur weltweiten Eindämmung von Kinderpornografie was getan werden muss.
    Die heutige Technik macht möglich, was vor ein paar Jahren noch unmöglich war. Ein sauberer Server, Anbieter und User hat ja nichts zu befürchten. Bevor eine Internetseite gesperrt und der Besitzer, Verantwortliche zur Rechenschaft herangezogen wird, wird die dementprechende Behörde einen Verstoß auch beweisen können.
    Mir kommt es bei manchen Reaktionen vor, die ich zu dem Thema in anderen Blogs und Foren lese, daß manche sich mehr Sorgen um ihre illegalen, heruntergeladene Liedchen und Spielfilme und Spielchen machen, als um den Schutz von Kindern.
    Denn eines bin ich mir sicher, wenn der Staat etwas über jemand wissen wil, der vor einem Monitor sitzt, dann wird er es wissen! Das Internet machts möglich..

    Kommentar von Stefan - 26. März 2009 um 14:15

  4. Wie so oft wird auch hier wieder nicht die Ursache angegangen. Es wird keinem missbrauchten Kind damit geholfen, wenn das „Angebot“ weiter im Netz verbleibt und nur die „Sicht“ darauf erschwert wird. Wahrscheinlich haben die Anbieter schon eine Lösung in der Schublade. Technisch relativ einfach zu lösen wäre das mit einem verschlüsselten Tunnel, und schon ist jeder Filter wirkungslos. Ich glaube auch, dass hier eher die Absicht zu vermuten ist, das Internet auch für andere Belange unter Kontrolle zu bringen. Vielen ist die „Anarchie“ des Internets eh ein Dorn im Auge.

    Kommentar von Heinz-Dieter - 26. März 2009 um 14:15

  5. Ist schon verwunderlich, wie schnell lautes Gekrähe erklingt, sobald an einer Stelle versucht wird, etwas gegen Kinderpornographie zu tun. Traurig dieses Gejammere, es nütze sowieso alles nichts und deshalb solle doch bitte auch nichts versucht werden, jedenfall „bitte nicht auf Kosten der Freiheit“ (Was ist das denn für eine Freiheit? Soll die auch für Kinderausbeuter gelten??)

    Und Nein, Frau von der Leyen hat nicht eigentlich vor, das Internet zu kontrollieren, sie kümmert sich um Familien und Kinder.

    > „Wie weit darf man gehen um den unmündigen mündigen Bürger vor schädlichen Einflüssen zu schützen?“

    Es geht nicht darum, Nutzer bzw. Konsumenten der Ware zu schützen, sondern die dafür ausgebeuteten Kinder.

    > „Wie so oft wird auch hier wieder nicht die Ursache angegangen. Es wird keinem missbrauchten Kind damit geholfen, wenn das “Angebot” weiter im Netz verbleibt und nur die “Sicht” darauf erschwert wird“

    -> Was ist denn die Ursache von Kinderpornographie? Es ist überhaupt das Bestehen von Absatzmärkten, auf denen Geld fließt. Und nein, den bis dahin dann schon missbrauchten Kindern ist dann nicht mehr zu helfen, aber vielen anderen, die bislang noch unausgebeutet leben.

    Kommentar von Shrodder - 26. März 2009 um 14:15

  6. Bitte? was sind das denn für unqualifizierte Kommentare?

    Also.. erstmal: Auch wenn Frau von der Leyen das gerne immer wieder behauptet, dass es große Absatzmärkte für Kinderpornographie gibt ist nur ein weiteres Gerücht das nie irgendwer beweisen konnte. Ich empfehle dazu die Lektüre des Lawblogs. Selbst wenn man nur oberflächlich drüber nachdenkt sollte man wohl zu dem selben Schluss kommen.

    Dann kommen wir mal zur Effektivität einer solchen Filterung. Wie soll die denn geschehen? Soll die IP vom ISP komplett ignoriert werden, sollen URLs gefiltert werden oder will Deutschland eine generell neue Technologie entwickeln? Egal was man plant, spätestens wenn einer der Konsumenten einen Proxy-Server im Ausland verwendet, versagt jeglicher Filter. Dann werden die Listen sogar kontraproduktiv da man dann schön nachsehen kann was denn gefiltert wird und so vom Staat schon eine schöne Liste mit Kinderpornos zum ansehen geliefert bekommt. Besser noch: Staaten die sowas eingesetzt haben, haben bereits offiziell zugegeben dass es nicht funktioniert und in den Filterlisten (Wikileaks hatte diese teilweise veröffentlicht) dieser Staaten ist natürlich alles mögliche gelandet, aber weniger als 15% waren wirklich Kinderpornographie und davon standen die meisten Server wirklich in Ländern, in denen es ein leichtes gewesen wäre die Betreiber rechtlich zu belangen. Ja, auch in Deutschland stehen viele solcher Server!

    Weiterhin haben Kinderschutzorganisationen belegt dass es sehr leicht möglich ist die Server (wenn man die Adresse erstmal hat) direkt vom Netz zu nehmen, einfach indem man bei der entsprechenden Firma anruft und ihnen sagt dass ein Kunde Kinderpornos online stellt. Man hat auf die Art erheblich bessere Erfolge erzielt als mit jeglicher Filterung auf Endkundenseite.

    Wenn wir jetzt also Geld dafür einsetzen um die Pornos zu filtern… wo fehlen die dann? Möglicherweise dort wo man wirklich mal recherchieren könnte, wer diese Sachen veröffentlicht? Dort wo man wirklich jemanden zur Rechenschaft ziehen könnte?

    Kommen wir zu der Freiheit um die es geht: Die Freiheit der eigenen Meinungsäußerung wäre mir z.B. ziemlich wichtig. Heute muss der Staat noch eine Hausdurchsuchung bei Wikileaks durchführen (übrigens wegen der Links auf genannte Listen) um dort jemanden zum Schweigen zu bringen (auch wenn das natürlich in diesem Fall nichts gebracht hat). Wenn wir diese Listen erstmal haben wird es nicht lange dauern bis wir die auch gegen alle möglichen anderen Dinge einsetzen… „Raubkopierer“ sind da natürlich das nächste Ziel, danach kommen dann politische Blogs und irgendwann haben wir ein Internet in dem nur noch das steht was vom Staat genehmigt ist.

    Ich gebe an dieser Stelle zu bedenken dass die Maut-Kontrollsysteme auch „nie“ zur Fahndung genutzt werden sollten, dass die neuen Fähigkeiten im BKA-gesetz auch nur zur Terrorabwehr eingesetzt werden sollten (es werden bereits erste Forderungen laut, man sollte sowas auch für normale Vergehen nutzen können) und dass in Berlin 1,1mio Telefongespräche abgehört wurden… also nur im LETZTEN JAHR.

    Aber natürlich! Lasst uns erstmal technisch unmögliches fordern um die armen Kinder zu schützen! Was in der BILD steht entspricht IMMER und UNEINGESCHRÄNKT der Wahrheit!

    Kommentar von Dr. Azrael Tod - 26. März 2009 um 14:15

  7. Das Familienministerium hat nun in Kooperation mit dem BKA seine Pläne zur Eindämmung der Kinderpornographie auf andere Bereiche der organisierten Kriminalität ausgeweitet. Familienministerien von der Leyen persönlich entwarf ein Hinweisschild mit dem Text “Für Bankräuber ist der Zutritt verboten”. 5 große Banken meldeten sich bereits freiweillig und montierten die Schilder an ihren Eingangstüren.

    Kommentar von Chris - 26. März 2009 um 14:15

  8. Schlosszwerg wurde nach einer Minute auf dem deutschen Wikipedia gelöscht.
    Auf dem englischen ist er als Castle Gnome und auf dem spanischen als Enano del Castillo zu sehen. Schlosszwerg existiert im virtuellen Raum. Warum wurde er in Deutschland als “Fake” zensiert?

    Kommentar von Schlosszwerg - 26. März 2009 um 14:15

  9. Ein Web-Filter taugt nichts, um die Barberei der Kinderpornographie zu stoppen. Ein Beispiel: Gebt doch mal bei Google den Suchbegriff Kinderpornos ein. Ich wette, dass die Suche keine Treffer ergeben wird. Zumindest werdet ihr kein kinderpornografisches Material finden. Versuchsauswertung: Da Google, genau wie ein zukünftiger Web-Filter, nach Schlüsselwörtern sucht und nichts betreffendes findet, ist davon auszugehen, dass die Betreiber dieser widerwertigen Seiten darauf bedacht sind, kritische Wörter aus ihren Inhalten herauszuhalten. Ein Filter würde ebenso wenig bringen wie eine Google-Suche.

    Und selbst wenn einige Betreiber so zuvorkommend sind und ihre Drecksseiten mit den passenden Schlüsselwörtern füllen, wird es sicher einige Zeit dauern, bis ein Sachbearbeiter oder ähnliches die Ergebnisse des Filters ausgewertet und die Pornoseiten gespertt/ verboten hat. Bis dahin sind 20 neue offen.
    Das wissen auch unsere werten Volksvertreter. Die haben sicher was anderes im Hinterkopf als Kinderpornographie. Das ist nur die moralische Maske.
    Was genau dahintersteckt kann ja jeder selbst mutmaßen.

    Kommentar von Kevin Patzke - 26. März 2009 um 14:15

  10. Ich denke daß eine Zensur des Internets, wenn überhaupt, dann nur sehr schwer machbar sein wird.

    Benjamin Franklin hat mal gesagt: Wer die Freiheit opfert um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.
    Die Zensur des Internets ist die falsche Methode. Dieses Problem läßt sich nur dadurch beseitigen, indem das soziale Klima dahingehend verändert wird, daß die Menschen Kinderpornographie ablehnen und gar nicht erst produzieren. Das Übel bei der Wurzel zu packen ist die einzige Methode. Der Nährboden für das entstehen solcher Inhalte muß abgeschafft werden. Das heißt daß das Bedürfnis Kinderpornographie zu produzieren und zu konsumieren beseitigt werden sollte.

    Und was die illegalen Downloads anbelangt. Ich habe vor einiger Zeit den „Fall“ Monty Python mitbekommen. Die hatten bemerkt daß alle ihre Werke auf Y.. T..e zum Download bereit standen. Aber anstatt zu klagen sind die hingegangen und haben in Ihren Archiven gekramt und alles rausgesucht was die jemals gemacht hatten. Dann sind die hingegangen und haben alles digital überarbeiten lassen. Danach haben sie alles bei Y.. T..e kostenlos reingestellt zusammen mit der Bitte doch bei Gefallen die Sachen zu kaufen.
    Das Ergebnis: 23000% Umsatzsteigerung!!!
    So geht es auch. Anstatt zu klagen was nur kurzfristigen Erfolg bringt, sollte die Industrie sich das Internet für alternative Geschäftsmodelle zunutze machen.

    Kommentar von Chris - 26. März 2009 um 14:15

  11. Das wird niemals möglich sein … da können noch so viele Gesetze erlassen und so viele Grenzen festgelegt werden …
    Natürlich muss das Thema Kinderpornographie verschärft angegangen werden und auch jede noch so kleine Möglichkeit genutzt werden um dem Einhalt zu gebieten – keine Frage!
    Aber ein Stasi-Netz zu „erschaffen“ und komplett zu kontrollieren ist genau so wahrscheinlich wie die Versuche Musik- oder Video-Piraterie komplett unterbinden zu wollen (man wird wohl kaum alle Cameras und Mikrofone verbieten oder?)

    just my thoughts 😉

    Kommentar von Tobias - 26. März 2009 um 14:15

  12. Ich kann mich da meinem Namensbruder nur zu 100% anschließen.
    Das Thema Kinderpornografie ist ganz klar ein absolutes No-Go.
    Der Versuch dieses jedoch komplett zu unterbinden(wenn auch wünschenswert) wird niemals möglich sein… genau so wenig wie es möglich ist das Internet an sich zu kontrollieren.
    Moralisch mag es durchwegs ein positiver Gedanke sein dies jedoch zu Versuchen.
    Aber bitte nicht auf Kosten der Freiheit.
    Denn wenn die Folge daraus eine mögliche „Internet-Stasi“ oder ähnliches ist, dann gute Nacht Selbstbestimmung.

    Kommentar von Haberl Tobias - 26. März 2009 um 14:15

  13. Daß manche Kritiker „chinesischen Verhältnisse“ befürchten, finde ich arg übertrieben. Es ist Fakt, daß zur weltweiten Eindämmung von Kinderpornografie was getan werden muss.
    Die heutige Technik macht möglich, was vor ein paar Jahren noch unmöglich war. Ein sauberer Server, Anbieter und User hat ja nichts zu befürchten. Bevor eine Internetseite gesperrt und der Besitzer, Verantwortliche zur Rechenschaft herangezogen wird, wird die dementprechende Behörde einen Verstoß auch beweisen können.
    Mir kommt es bei manchen Reaktionen vor, die ich zu dem Thema in anderen Blogs und Foren lese, daß manche sich mehr Sorgen um ihre illegalen, heruntergeladene Liedchen und Spielfilme und Spielchen machen, als um den Schutz von Kindern.
    Denn eines bin ich mir sicher, wenn der Staat etwas über jemand wissen wil, der vor einem Monitor sitzt, dann wird er es wissen! Das Internet machts möglich..

    Kommentar von Stefan - 26. März 2009 um 14:15

  14. Wie so oft wird auch hier wieder nicht die Ursache angegangen. Es wird keinem missbrauchten Kind damit geholfen, wenn das „Angebot“ weiter im Netz verbleibt und nur die „Sicht“ darauf erschwert wird. Wahrscheinlich haben die Anbieter schon eine Lösung in der Schublade. Technisch relativ einfach zu lösen wäre das mit einem verschlüsselten Tunnel, und schon ist jeder Filter wirkungslos. Ich glaube auch, dass hier eher die Absicht zu vermuten ist, das Internet auch für andere Belange unter Kontrolle zu bringen. Vielen ist die „Anarchie“ des Internets eh ein Dorn im Auge.

    Kommentar von Heinz-Dieter - 26. März 2009 um 14:15

  15. Ist schon verwunderlich, wie schnell lautes Gekrähe erklingt, sobald an einer Stelle versucht wird, etwas gegen Kinderpornographie zu tun. Traurig dieses Gejammere, es nütze sowieso alles nichts und deshalb solle doch bitte auch nichts versucht werden, jedenfall „bitte nicht auf Kosten der Freiheit“ (Was ist das denn für eine Freiheit? Soll die auch für Kinderausbeuter gelten??)

    Und Nein, Frau von der Leyen hat nicht eigentlich vor, das Internet zu kontrollieren, sie kümmert sich um Familien und Kinder.

    > „Wie weit darf man gehen um den unmündigen mündigen Bürger vor schädlichen Einflüssen zu schützen?“

    Es geht nicht darum, Nutzer bzw. Konsumenten der Ware zu schützen, sondern die dafür ausgebeuteten Kinder.

    > „Wie so oft wird auch hier wieder nicht die Ursache angegangen. Es wird keinem missbrauchten Kind damit geholfen, wenn das “Angebot” weiter im Netz verbleibt und nur die “Sicht” darauf erschwert wird“

    -> Was ist denn die Ursache von Kinderpornographie? Es ist überhaupt das Bestehen von Absatzmärkten, auf denen Geld fließt. Und nein, den bis dahin dann schon missbrauchten Kindern ist dann nicht mehr zu helfen, aber vielen anderen, die bislang noch unausgebeutet leben.

    Kommentar von Shrodder - 26. März 2009 um 14:15

  16. Bitte? was sind das denn für unqualifizierte Kommentare?

    Also.. erstmal: Auch wenn Frau von der Leyen das gerne immer wieder behauptet, dass es große Absatzmärkte für Kinderpornographie gibt ist nur ein weiteres Gerücht das nie irgendwer beweisen konnte. Ich empfehle dazu die Lektüre des Lawblogs. Selbst wenn man nur oberflächlich drüber nachdenkt sollte man wohl zu dem selben Schluss kommen.

    Dann kommen wir mal zur Effektivität einer solchen Filterung. Wie soll die denn geschehen? Soll die IP vom ISP komplett ignoriert werden, sollen URLs gefiltert werden oder will Deutschland eine generell neue Technologie entwickeln? Egal was man plant, spätestens wenn einer der Konsumenten einen Proxy-Server im Ausland verwendet, versagt jeglicher Filter. Dann werden die Listen sogar kontraproduktiv da man dann schön nachsehen kann was denn gefiltert wird und so vom Staat schon eine schöne Liste mit Kinderpornos zum ansehen geliefert bekommt. Besser noch: Staaten die sowas eingesetzt haben, haben bereits offiziell zugegeben dass es nicht funktioniert und in den Filterlisten (Wikileaks hatte diese teilweise veröffentlicht) dieser Staaten ist natürlich alles mögliche gelandet, aber weniger als 15% waren wirklich Kinderpornographie und davon standen die meisten Server wirklich in Ländern, in denen es ein leichtes gewesen wäre die Betreiber rechtlich zu belangen. Ja, auch in Deutschland stehen viele solcher Server!

    Weiterhin haben Kinderschutzorganisationen belegt dass es sehr leicht möglich ist die Server (wenn man die Adresse erstmal hat) direkt vom Netz zu nehmen, einfach indem man bei der entsprechenden Firma anruft und ihnen sagt dass ein Kunde Kinderpornos online stellt. Man hat auf die Art erheblich bessere Erfolge erzielt als mit jeglicher Filterung auf Endkundenseite.

    Wenn wir jetzt also Geld dafür einsetzen um die Pornos zu filtern… wo fehlen die dann? Möglicherweise dort wo man wirklich mal recherchieren könnte, wer diese Sachen veröffentlicht? Dort wo man wirklich jemanden zur Rechenschaft ziehen könnte?

    Kommen wir zu der Freiheit um die es geht: Die Freiheit der eigenen Meinungsäußerung wäre mir z.B. ziemlich wichtig. Heute muss der Staat noch eine Hausdurchsuchung bei Wikileaks durchführen (übrigens wegen der Links auf genannte Listen) um dort jemanden zum Schweigen zu bringen (auch wenn das natürlich in diesem Fall nichts gebracht hat). Wenn wir diese Listen erstmal haben wird es nicht lange dauern bis wir die auch gegen alle möglichen anderen Dinge einsetzen… „Raubkopierer“ sind da natürlich das nächste Ziel, danach kommen dann politische Blogs und irgendwann haben wir ein Internet in dem nur noch das steht was vom Staat genehmigt ist.

    Ich gebe an dieser Stelle zu bedenken dass die Maut-Kontrollsysteme auch „nie“ zur Fahndung genutzt werden sollten, dass die neuen Fähigkeiten im BKA-gesetz auch nur zur Terrorabwehr eingesetzt werden sollten (es werden bereits erste Forderungen laut, man sollte sowas auch für normale Vergehen nutzen können) und dass in Berlin 1,1mio Telefongespräche abgehört wurden… also nur im LETZTEN JAHR.

    Aber natürlich! Lasst uns erstmal technisch unmögliches fordern um die armen Kinder zu schützen! Was in der BILD steht entspricht IMMER und UNEINGESCHRÄNKT der Wahrheit!

    Kommentar von Dr. Azrael Tod - 26. März 2009 um 14:15

  17. Das Familienministerium hat nun in Kooperation mit dem BKA seine Pläne zur Eindämmung der Kinderpornographie auf andere Bereiche der organisierten Kriminalität ausgeweitet. Familienministerien von der Leyen persönlich entwarf ein Hinweisschild mit dem Text “Für Bankräuber ist der Zutritt verboten”. 5 große Banken meldeten sich bereits freiweillig und montierten die Schilder an ihren Eingangstüren.

    Kommentar von Chris - 26. März 2009 um 14:15

  18. Schlosszwerg wurde nach einer Minute auf dem deutschen Wikipedia gelöscht.
    Auf dem englischen ist er als Castle Gnome und auf dem spanischen als Enano del Castillo zu sehen. Schlosszwerg existiert im virtuellen Raum. Warum wurde er in Deutschland als “Fake” zensiert?

    Kommentar von Schlosszwerg - 26. März 2009 um 14:15

  19. Ein Web-Filter taugt nichts, um die Barberei der Kinderpornographie zu stoppen. Ein Beispiel: Gebt doch mal bei Google den Suchbegriff Kinderpornos ein. Ich wette, dass die Suche keine Treffer ergeben wird. Zumindest werdet ihr kein kinderpornografisches Material finden. Versuchsauswertung: Da Google, genau wie ein zukünftiger Web-Filter, nach Schlüsselwörtern sucht und nichts betreffendes findet, ist davon auszugehen, dass die Betreiber dieser widerwertigen Seiten darauf bedacht sind, kritische Wörter aus ihren Inhalten herauszuhalten. Ein Filter würde ebenso wenig bringen wie eine Google-Suche.

    Und selbst wenn einige Betreiber so zuvorkommend sind und ihre Drecksseiten mit den passenden Schlüsselwörtern füllen, wird es sicher einige Zeit dauern, bis ein Sachbearbeiter oder ähnliches die Ergebnisse des Filters ausgewertet und die Pornoseiten gespertt/ verboten hat. Bis dahin sind 20 neue offen.
    Das wissen auch unsere werten Volksvertreter. Die haben sicher was anderes im Hinterkopf als Kinderpornographie. Das ist nur die moralische Maske.
    Was genau dahintersteckt kann ja jeder selbst mutmaßen.

    Kommentar von Kevin Patzke - 26. März 2009 um 14:15

  20. Ich denke daß eine Zensur des Internets, wenn überhaupt, dann nur sehr schwer machbar sein wird.

    Benjamin Franklin hat mal gesagt: Wer die Freiheit opfert um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.
    Die Zensur des Internets ist die falsche Methode. Dieses Problem läßt sich nur dadurch beseitigen, indem das soziale Klima dahingehend verändert wird, daß die Menschen Kinderpornographie ablehnen und gar nicht erst produzieren. Das Übel bei der Wurzel zu packen ist die einzige Methode. Der Nährboden für das entstehen solcher Inhalte muß abgeschafft werden. Das heißt daß das Bedürfnis Kinderpornographie zu produzieren und zu konsumieren beseitigt werden sollte.

    Und was die illegalen Downloads anbelangt. Ich habe vor einiger Zeit den „Fall“ Monty Python mitbekommen. Die hatten bemerkt daß alle ihre Werke auf Y.. T..e zum Download bereit standen. Aber anstatt zu klagen sind die hingegangen und haben in Ihren Archiven gekramt und alles rausgesucht was die jemals gemacht hatten. Dann sind die hingegangen und haben alles digital überarbeiten lassen. Danach haben sie alles bei Y.. T..e kostenlos reingestellt zusammen mit der Bitte doch bei Gefallen die Sachen zu kaufen.
    Das Ergebnis: 23000% Umsatzsteigerung!!!
    So geht es auch. Anstatt zu klagen was nur kurzfristigen Erfolg bringt, sollte die Industrie sich das Internet für alternative Geschäftsmodelle zunutze machen.

    Kommentar von Chris - 26. März 2009 um 14:15

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