Homeoffice – Fluch oder Segen?

07. Februar 2019

So arbeitest du auch zu Hause produktiv

Homeoffice wird immer beliebter! Mittlerweile lassen rund 40 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiter ganz oder tageweise von zu Hause aus arbeiten – das sind doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. Digitale Technologien ermöglichen es uns, auch außerhalb der Büroräume und unabhängig von Zeit und Ort unserem Job nachzugehen.

Geht es um das Thema Homeoffice scheiden sich schnell die Geister – für die einen ist es ein Fluch, für die anderen ein Segen. Viele Beschäftigte schätzen die Möglichkeit, konzentriert und über längere Zeit ungestört ihrer Arbeit nachgehen zu können. Doch immer öfter machen auch äußere Bedingungen – zum Beispiel sehr lange Anfahrtswege oder familiäre Verpflichtungen – Homeoffice-Lösungen notwendig.

Die Vor- und Nachteile von Homeoffice

Ungeduscht im Schlafanzug gemütlich auf dem Sofa sitzen und ganz nebenbei arbeiten? Diese Vorstellung haben viele Arbeitnehmer, wenn es um das Thema Homeoffice geht. Doch die Realität sieht meist anders aus.

Den größten Vorteil sehen Homeoffice-Befürworter meist darin, dass der Anfahrtsweg ins Büro wegfällt. So können Pendler oftmals mehrere Stunden wertvolle Zeit einsparen, die anderweitig sinnvoll genutzt werden kann. Aber auch Mitarbeitern mit kürzerer Anfahrt gefällt der schnelle und stressfreie Weg zum heimischen Schreibtisch. Kein morgendlicher Stau, keine verspäteten Bahnen und keine Probleme bei Schnee und Eis – wer zu Hause arbeitet, findet sich ganz entspannt am Arbeitsplatz ein. Viele Arbeitnehmer schätzen außerdem die Möglichkeit, sich ihre Arbeit selbst einteilen und bei Bedarf unterbrechen zu können, zum Beispiel um die Kinder aus der Kita abzuholen oder für Arztbesuche.

Doch das Homeoffice kann auch zur Belastung werden. Ohne räumliche Trennung sind die Grenzen zwischen Beruflichem und Privatleben oft fließend. Manche Arbeitnehmer fühlen sich zu Hause auch isoliert oder schlecht über Vorgänge im Office informiert. Oft fürchten sie auch, dass ihre Arbeit nicht gesehen wird und die Kollegen im Büro denken, sie würden zu Hause nur herumsitzen und nichts tun.

Mit diesen Tipps funktioniert Arbeiten im Homeoffice wirklich

Ob ausschließlich zu Hause, mehrere Tage die Woche oder nur einmal im Monat – wer im Homeoffice arbeitet, sollte einige Dinge beachten, um wirklich produktiv zu sein. Wir haben hilfreiche Tipps für dich zusammengestellt, die dir dabei helfen, typische Fehler im Homeoffice zu vermeiden.

1. Arbeitszeiten festlegen

Damit Beruf und Privates nicht verschwimmen, müssen auch im Homeoffice die Arbeitszeiten klar geregelt sein. Achte unbedingt darauf, wann dein Arbeitstag beginnt und wann er endet.

2. Rituale schaffen und einen Plan haben

Pünktlich anfangen, Schreibtisch aufräumen und Ziele klären – auch im Homeoffice helfen Rituale bei einem erfolgreichen Start in den Tag. Verschaffe dir einen Überblick, was du erledigen musst und lege die Prioritäten fest. Wenig hilfreich ist es übrigens, wenn du von einer Aufgabe zur anderen springst. Mache lieber eine Sache fertig und widme dich dann dem nächsten Anliegen.

3. Geeigneten Arbeitsplatz einrichten

Du arbeitest im Homeoffice den ganzen Tag am Laptop? Dann ist es nicht erstaunlich, wenn dir abends der Nacken wehtut. Dein Arbeitsplatz muss deshalb mit allem ausgestattet sein, was dir ein produktives und gesundes Arbeiten ermöglicht, wie zum Beispiel ein ergonomischer Schreibtischstuhl und ein großer Monitor.

4. Ablenkung vermeiden

Du fliehst vom Großraumbüro an den WG-Küchentisch? Dann verwundert es kaum, wenn du auch im Homeoffice abgelenkt wirst. Achte deshalb darauf, dass dein Arbeitsplatz möglichst ruhig ist. Idealerweise hast du einen Raum, bei dem du die Tür schließen kannst, um ungestört zu sein. Informiere außerdem deine Mitbewohner beziehungsweise deinen Partner oder deine Familie darüber, dass du arbeiten musst, damit sie erst gar nicht in Versuchung kommen, dich vom Arbeiten abzuhalten.

5. Disziplin

Zwischendurch kurz die Wäsche waschen oder einkaufen gehen? Das Homeoffice verleitet dazu, solch vermeintlich schnellen Aufgaben „mal eben“ zu erledigen. Damit das Homeoffice nicht zum Selbstbetrug wird, sondern wirklich effektiv zum Arbeiten genutzt wird, solltest du dein Arbeitsverhalten aufmerksam beobachten. Ohne direkte „Kontrollinstanz“ ist ein gewisses Maß an Selbstdisziplin erforderlich, damit du am Ende des Tages nicht nur saubere Wäsche hast, sondern auch bei deinen Projekten vorangekommen bist.

6. An Pausen denken

Du bist im Homeoffice so vertieft in deine Arbeit, dass du regelmäßig deine Mittagspause ausfallen lässt? Auch wenn du zu Hause arbeitest, ist es wichtig, dass du bewusst Pausen machst. Setze dich dann aber nicht mit deinem Mittagessen vor den Fernseher, sondern nutze die Zeit für Bewegung. Studien haben gezeigt, dass sich Arbeitnehmer im Homeoffice noch weniger bewegen als im Büro. Gehe zum Beispiel eine Runde um den Block – das verschafft dir nicht nur Bewegung, sondern macht auch den Kopf frei für neue Ideen. Lege am besten vorher fest, wie lange du Pause machen möchtest, damit du wieder pünktlich weiterarbeitest und die Pausenzeit nicht ungewollt in die Länge ziehst.

7. Im eigenen Bio-Rhythmus leben

Nutze, sofern möglich, das Homeoffice als Chance, dich nach deinem eigenen Bio-Rhythmus zu richten. Egal, ob du zu den Frühaufstehern zählst oder erst am Abend richtig produktiv wirst – finde heraus, wann du am kreativsten und konzentriertesten bist.

Wie stehst du zum Thema Homeoffice?

Homeoffice oder Büro? Wo arbeitest du besser und lieber? Lass uns in den Kommentaren an deiner Meinung und deiner Erfahrung zum Thema Homeoffice teilhaben.

Übrigens: Damit sich alle Mitarbeiter bei Euroweb fast wie zu Hause fühlen können, haben wir unser eigenes „Homeoffice“ im Büro – ein gemütlich eingerichteter Raum mit riesigem Sofa, Playstation, Tischtennisplatte, Dartscheibe und Co. Ideal, wenn man mal eine kreative Pause braucht!


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Kommentare

Marie sagt:

Ein sehr informativer Beitrag zum Thema Homeoffice!! Welch ein Teufelskreis mit der flexiblen Gestaltung seiner Arbeit durch Home Office entstehen kann, habe ich selbst am eigenen Leibe erlebt. Obwohl ich den Komfort hatte, nicht direkt am Arbeitsplatz sein zu müssen, empfand ich den Arbeitsaufwand deutlich höher, als wenn ich im Betrieb gewesen wäre. Bei der Home Office Arbeit ertappe ich mich selbst nach Feierabend dabei, dass mein Kopf gedanklich noch bei der Arbeit ist, obwohl ich regulär frei habe. Mit der Option zum Home Office finde ich, dass man sich gedanklich von der Arbeit nicht loslösen kann. Weil man ja nur den Laptop anschalten müsste und direkt dort weitermachen kann, wo man zuletzt aufgehört hat. Somit steht man immerzu unter Strom und fühlt sich dazu gezwungen, weiter zu arbeiten. Zudem birgt das Home Office den Nachteil, dass man als Arbeitnehmer sehr vereinsamt und starr auf die Erledigung anstehender Aufgaben gerichtet ist. Als langfristiges Arbeitsmodell halte ich das nicht für geeignet, da das Zwischenmenschliche der Kollegen einfach fehlt. Ich erachte Home Office eher als mittelfristiges Arbeitszeitmodell gut.

Recruitment Fan sagt:

Ich denke es kommt da auf die Person an und vielleicht auch auf den Mix. Wer beim Recruitment mit Home Office wirbt, wird sicherlich viele Bewerber finden, weil das Angebot spannend ist. Home Office an sich bringt viel Flexibilität, kann aber auch wirklich anstrengend und einsam sein. Und die Einstellung der Anderen, dass man ja zu Hause ist, könnte stören, weil diese oft nicht verstehen, dass man trotzdem arbeitet.