Groupon – Auch für Unternehmen eine Erfolgsgeschichte?

23. Februar 2011

Gerade einmal zwei Jahre auf dem Markt ist Groupon mittlerweile das führende Portal für Rabatte weltweit. Die Zahlen überzeugen: In 35 Ländern präsent, mehr als 50 Millionen aktive Nutzer und Kooperationen mit mehr als 58.000 Unternehmen. Das Konzept ist so erfolgreich, weil es für Unternehmer wie Konsumenten eine Win-Win-Situation schafft. So bekommen Sie als stationärer Händler oder Dienstleister die Möglichkeit, relativ einfach eine Vielzahl neuer Kunden zu gewinnen. Im Gegenzug profitieren die Kunden von Rabatten von bis zu 90 Prozent.

Groupon genügt eine eigene Webseite und ein ausgeklügeltes E-Mail Newsletter-System, um die potenziellen Kunden zu erreichen. Allein in Deutschland lassen sich über drei Millionen Menschen täglich über neue Angebote auf der Plattform informieren. Damit ein sogenannter „Deal“ zustande kommt, müssen sich nur eine bestimmte Anzahl an Nutzern zusammentun.

Groupon für Unternehmen

Aufgrund des Erfolgs stehen Unternehmen momentan Schlange bei Groupon. Entweder müssen Sie also mit einem wirklichen seltenen oder besonders günstigen Angebot überzeugen. Groupon ist daran interessiert, eine möglichst breite Auswahl an Gutscheinen anzubieten. Ihre Chancen steigen also, wenn Sie mit Ihrem Unternehmen eine beliebte Nische besetzen. Gewinne sind bei den notwendigen hohen Rabatten allerdings kaum zu erwarten. Wichtiger ist da schon das Eigenmarketing. Die wirklichen Vorteile von Groupon sind die erhöhte Aufmerksamkeit für Ihr Unternehmen und die Ansprache einer Vielzahl potenzieller Kunden. Dabei treten Sie nicht in finanzielle Vorleistung, gehen also somit kein Risiko ein. Ein organisatorischer Aufwand entsteht für Sie nicht, denn die Abwicklung der Deals übernimmt Groupon. Durch den Rabatt „angelockt“, gewinnen Sie vielleicht auch eine Reihe neuer wiederkehrender Kunden. Zudem neigen Groupon zufolge viele Konsumenten dazu, im Geschäft mehr auszugeben, als nur den eigentlichen Gutschein einzulösen. Groupons Konzept lohnt sich vor allem für lokale Händler, Dienstleister, aber auch Restaurantbesitzer und Hoteliers. Allerdings kann sich auch für Online-Shops eine Rabatt-Aktion bei Groupon lohnen. Denn der Webseite s1-suchmaschinenoptimierung.de zufolge, kann ein guter Deal mehr Besucher in ihren Shop locken, als SEA und/oder SEO. Bei einem attraktiven Angebot kommen leicht 100 Deals oder mehr zustande, die natürlich auch für Traffic auf Ihrer Webseite sorgen.

Was Unternehmen beachten sollten

Als Unternehmer sollten Sie vor einer Kooperation bedenken, dass Groupon rund 50 Prozent des bezahlten Betrages als Verkaufsprovision einbehält. Zudem zahlt Groupon das Geld aus dem Verkauf der Gutscheine erst aus, wenn der Gutschein auch wirklich in Ihrem Geschäft eingelöst wurde. Neben den zumeist unrentablen Angebots-Rabatten ist die hohe Verkaufsprovision auch ein Grund dafür, warum es sich nicht lohnt, längerfristig bei Groupon Eigenmarketing zu betreiben. Zu unsicher sind zudem die Chancen auf dauerhafte Kundenbindungen. So zeigte eine US-Studie, dass die Werbeaktionen bei Groupon nur für rund 30 Prozent der Firmen profitabel gewesen ist, mehr als 40 Prozent der Firmen würden zudem eine solche Aktion nicht noch einmal machen.

Alternativen zu Groupon

Mit „Living Social“ gibt es schon eine neue Rabatt-Plattform, die Groupon in naher Zukunft gefährlich werden könnte. Mit dem größten Online-Versandhändler Amazon im Rücken konnte Living Social in den USA bereits einen Deal anbieten, bei dem Amazon-Gutscheine zu 50 Prozent des Wertes abgegeben wurden. Das Ergebnis war mit 1,3 Millionen verkaufter Gutscheine der größte Gruppen-Verkauf aller Zeiten. Living Social und Groupon verfolgen dabei das gleiche Konzept. Der einzige Unterschied: Für das Weiterempfehlen des „Deals“ gibt es bei Groupon 6€, bei Living Social bekommt man dagegen nach drei Weiterempfehlungen den Deal geschenkt.

Neben Living Social stehen noch zwei Konkurrenten in den Startlöchern. Nachdem Groupon Ende 2010 das 6 Milliarden Dollar Übernahme-Angebot ausgeschlagen hat, will Google nun ein eigenes lokal ausgerichtetes Gutscheinportal unter dem Namen „Google Offers“ entwickeln. Neben dem Suchmaschinenriesen drängt auch Facebook in das Geschäft mit lokalen Gutscheinen. Mit seinem „Deals“-Angebot startete das weltweit größte soziale Netzwerk bereits Ende Januar in Deutschland.

Bei dem Konzept von Groupon und Co. ist der Preis der entscheidende Faktor. Sollte andere Portale große Partner gewinnen, die ihnen zu attraktiveren Deals verhelfen, könnte die Begeisterung für Groupon bald vorbei sein. Für Unternehmen gibt es momentan nur wenige Gründe, die gegen einen Kooperation mit Groupon sprechen. Allerdings sollten Sie sich als Unternehmen auch nicht zu viel von einer Rabatt-Aktion auf der Plattform versprechen.

Haben Sie mit Ihrem Unternehmen schon einmal einen Gutschein bei Groupon angeboten? Oder sind Sie selbst Nutzer des Portals, haben gute oder schlechte Erfahrungen mit den Gutscheinen gemacht?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Viele Grüße,

André Nagel

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