Google Street View in Deutschland gestartet

05. November 2010

Nach zahlreichen Diskussionen im Vorfeld ist Googles „Street View“-Erweiterung für GoogleMaps nun seit dem 3. November in Deutschland online verfügbar. Jedoch wird man erst nach und nach virtuell durch deutsche Städte wandern können. Bis Ende des Jahres sollen laut Google zunächst die 20 größten Städte in der Bundesrepublik online verfügbar sein. Zum Start stellt Google bereits einige Testbilder aus fünf Städten (u.a. Berlin, Hamburg, Dresden und München) sowie Einblicke in zehn Bundesliga-Stadien der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.

In Gesellschaft der Großen befindet sich dabei die Gemeinde Oberstaufen als erster Ort, der vollständig mit Street View durchwandert werden kann. Nur wenige Bewohner hier waren mit den Bildaufnahmen durch Google nicht einverstanden. Deutschlandweit machten allerdings knapp 244 000 Haushalte von der Möglichkeit gebrauch, ihr Haus von Google unkenntlich machen zu lassen.

Konkurrenz aus Finnland – das bessere Street View?

Bereits im vergangenen Monat wurde bekannt, dass der finnische Handy- und Smartphone-Hersteller Nokia einen eigenen virtuellen Navigationsdienst plant. Mittels Kamerafahrzeugen will der Konzern in Europa und Nordamerika Straßenzüge und Gebäude noch wesentlich detaillierter erfassen als der Konkurrent Google. Dafür werden die Fahrzeuge zusätzlich mit Lasern und Radar ausgestattet, um die Umgebung sogar mehrdimensional abtasten zu können. Anstatt der 2D-Abbildungen von Street View will Nokia echte 3D-Aufnahmen von Städten und Dörfern liefern. So wird es mit dem Radar z.B. möglich sein, Abstände und Höhen von Objekten zu messen. Bei der Routenplanung für LKW-Fahrer könnten so bisher häufig auftretende Fehlleitungen vermieden werden. Mit „Journey View“, einer Nokia-eigenen Lösung, ließe sich damit auch ein Set von 3D-Koordinaten für ein Gebäude oder Stockwerk erstellen. Damit würde auch die Möglichkeit geschaffen, zusätzlich ortbezogene Werbung zu platzieren. Mit den Aufnahmen wird Nokia die Konzerntochter Navteq beauftragen, dem führenden Kartenanbieter für mobile Navigationslösungen. Auf dessen Material greifen auch Branchengrößen wie BMW oder Garmin zurück. Die neu erfassten 3D-Informationen will Nokia dann mit dem umfangreichen Kartenmaterial von Navteq kombinieren.

In Frankreich und Großbritannien sollen noch in diesem Jahr die ersten Aufnahmen entstehen, den Anfang wird dabei die englische Metropole London machen. In Deutschland sollen dagegen noch die im Zuge von Street View angestoßenen rechtlichen Rahmenregelungen abgewartet werden. Denn bis zum IT-Gipfel am 7. Dezember will Innenminister Thomas de Maiziere einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Im Anschluss daran wird Nokia voraussichtlich auch mit der Erfassung von Straßenzügen in Deutschland beginnen. Man darf gespannt sein, ob Nokias Vorstoß einen ähnlich lautstarken Protest wie  Googles Street View Dienst hervorrufen wird. Die ersten Produkte, die mit dem neuen umfassenden 3D-Material ausgestattet sind, werden dann ab 2011 verfügbar sein. Inwieweit das Kartenmaterial auch ähnlich wie Google Maps online verfügbar sein wird, ist noch nicht bekannt. Haupteinsatzgebiet wird wohl vorerst der Markt mobiler Navigationslösungen sein.

Weitere Informationen zum Thema Google Street View finden Sie in folgenden Artikeln:

Was halten Sie von Googles Street View und den Plänen Nokias zu einer noch genaueren Umgebungserfassung? Haben Sie Ihr Haus bei Google unkenntlich machen lassen?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare,

André Nagel


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