Google+ – Ein Erfahrungsbericht

06. Juli 2011

Nachdem der Startschuss für Google+ am 28. Juni 2011 fiel, war für mich klar, dass ich die Plattform so schnell wie möglich testen möchte. Ein paar Kontaktaufnahmen und Erkundigungen später war meine Einladung zu Google+ gesichert. Ab dem Abend des 29. Juni war ich online und konnte bereits am Folgetag viele Menschen in meinem Umkreis zur Plattform einladen. Die Geschwindigkeit, in der neue Leute auf die Plattform strömten, war beeindruckend. Es schien als drehte sich die Welt fortan nur noch um den augenscheinlichen Facebook-Killer von Google.Auf Twitter gingen die Aktivitäten (Tweets) zeitweise drastisch zurück, da scheinbar alle das neue soziale Netzwerk testen wollten.

Die meisten Nutzer werden sich vor allem fragen, was macht Google+ anders als Facebook? Lohnt sich der Umstieg für mich und meine Freunde? Deswegen nun vorab ein kurzer Überblick über das, was Google+ aktuell zu bieten hat:

Allgemein:

Circles: Deine Privatsphäre Mit Circles will Google die Organisation von Freundeskreisen und Verbindungen revolutionieren. Einfacher zu bedienen und optisch ansprechender als die Freundeslisten bei Facebook soll es so schneller möglich sein, die Informationen genau an die Zielgruppe zu senden, für die sie bestimmt sind.

Sparks: Deine Interessen Mit Sparks liefert Google einen persönlichen Newsfeed, der direkt im sozialen Netzwerk implementiert ist. Jeder Nutzer kann sich die Themen individuell zusammenstellen oder prominente Themengebiete von Google vorschlagen lassen. Sinnvoll vor allen für die Nutzer, die fernab der Freundesfeeds auf dem neusten Stand zu verschiedenen Themen sein wollen.

Hangouts: Dein Videochat Die textbasierte Chatfunktion von Facebook treibt Google noch ein ganzes Stück weiter. So lässt sich mit bis zu 10 Kontakten eine Videokonferenz direkt innerhalb Google+ aufbauen, ohne extra Software wie Skype und ohne komplizierte Konfiguration. Voraussetzung ist nur die Installation zweier Plugins (Google Voice und Video Plugin). Ein, zumindest bisher, klares Alleinstellungsmerkmal von Google+.

Mobil: Dein mobiler Zugriff Via Android oder Web-App kann man Google+ auch bereits jetzt unterwegs nutzen. Eine Google+ App für die iOS-Geräte wie iPhone oder iPad wartet nach Medienberichten wohl nur noch auf die Freigabe seitens Apple.

Persönliche Eindrücke:

Die Funktion Hangouts (Videochats) ist im Alltagseinsatz qualitativ nicht so hochauflösend wie im Beispielvideo von Google. Trotz VDSL 50 auf beiden Seiten kam es bei ersten Tests zu einigen Aussetzern. Hier wird Google sicher noch einmal nachbessern. Den regulären Text-Chat hat Google im Übrigen 1zu1 aus Googlemail übernommen.

Interessant ist die offensichtlich starke Relevanz in den offiziellen Google Suchergebnissen. Hier erscheinen Google+ Profile gut positioniert mit Profilbild, Vor- und Nachnahme, Wohnort, Position und Firma. Zudem werden hier ein Ausschnitt des Vorstellungstextes sowie Links zu weiteren persönlichen Profilen (Xing, Facebook, Twitter) angezeigt. Natürlich lässt sich die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen durch Deaktivieren in den Einstellungen verhindern. (Profileinstellungen – „Search visibility“)

Wo wir auch gleich beim Thema Datenschutz wären. Insbesondere in Anbetracht der zahlreichen Facebook-Debatten der letzten Zeit hat Google sich hier besonders ins Zeug gelegt. Nur ein Beispiel: Schickt man an einen bestimmten Circle eine Nachricht und möchte nicht, dass die Informationen einfach so weiterverbreitet werden, so kann man die Nachricht dementsprechend sperren lassen. Man merkt bei Google+ das Google an allen Ecken und Enden um Transparenz bemüht ist und den Nutzern genau zeigen will, was mit ihren Daten passiert.

Die Entwicklung von Google+ scheint noch lange nicht abgeschlossen. Neben der Ankündigung einer API für Google+, die das Programmieren von Anwendungen für das soziale Netzwerk ermöglicht, zeigt Google auch Bestrebungen, in den Social Gaming Markt einzusteigen. Auch Google+ Unternehmensauftritte scheinen in Planung, wenn auch noch nicht absehbar ist, wann diese zur Verfügung stehen. 

Hier noch der Hinweis auf einen interessanten Artikel bei t3n.de: 10 Gründe, warum Google+ gegen Facebook gewinnt

Als Fazit der ersten Woche kann man sagen, Google hat mit Google+ vieles richtig gemacht und einen erst zu nehmenden Konkurrenten zu Facebook ins Rennen geschickt. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, für welches soziale Netzwerk sich die Nutzer entscheiden. In jedem Fall ist Facebook nun in Zugzwang geraten. Wir dürfen also gespannt sein, was Facebook dem heute Abend entgegenzusetzen hat. (Hinweis)

Was halten Sie von Google+ und den Neuerungen? Würden Sie auch einmal ein neues soziales Netzwerk ausprobieren?

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

Patrick Hens und André Nagel


Kommentare

  1. Guten Tag,

    habe mit großer Aufmerksamkeit den Artikel über Google+ gelesen. Offengestanden wusste ich nichts davon. In Facebook habe ich mich schon vor Monaten abgemeldet. Nun würde ich gerne Googel+ testen aber wie ich recherchiert habe, kann mann sich nur via Einladung anmelden.Könnten Sie mir eine Einladung zukommen lassen?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

    Gruß

    Christine Andres

    Kommentar von Christine Andres - 6. Juli 2011 um 9:39

  2. Guten Abend!

    Ihr schreibt: „Schickt man an einen bestimmten Circle eine Nachricht und möchte nicht, dass die Informationen einfach so weiterverbreitet werden, so kann man die Nachricht dementsprechend sperren lassen.“

    Das würde mich doch sehr wundern. Funktioniert Copy&Paste nicht? Werden Screenshots gesperrt? Die Druckfunktion des Browsers blockiert? Meine Digitalkamera versteckt?

    Wie ist diese Sperre umgesetzt? Ich halte das für technisch unmöglich, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

    Viele Grüße,

    Thorsten Hamann

    Kommentar von Thorsten Hamann - 6. Juli 2011 um 9:39

  3. @Thorsten Hamann

    Ihre Argumentation ist nachvollziehbar und richtig. Natürlich kann Google nicht gänzlich verhindern, dass eine von einem Nutzer geteilte Nachricht weiterverbreitet wird. So wird letztlich bei einem „als gesperrt“ markierten Beitrag nur die Möglichkeit deaktiviert, diesen einfach durch Betätigen des entsprechenden Buttons weiterzuleiten.

    Mit den von Ihnen genannten Möglichkeiten ist es natürlich weiterhin möglich, die Informationen weiterzuverbreiten. Allerdings geht das in dem Fall eben nur mit, wenn auch überschaubarem, Mehraufwand.

    Viele Grüße,

    André Nagel

    Kommentar von Unternehmenskommunikation - 6. Juli 2011 um 9:39

  4. @Christine Andres

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Es lohnt sich in jedem Fall einmal Google+ auszuprobieren. Gern laden wir Sie ein. Am besten schreiben Sie uns noch einmal eine E-Mail an blog@euroweb.de, dann schicken wir Ihnen gleich die Einladung an Ihre E-Mail-Adresse. Oder haben Sie bei der Abgabe Ihres Kommentars die aktuelle Adresse angegeben?

    Viele Grüße,
    André Nagel

    Kommentar von Unternehmenskommunikation - 6. Juli 2011 um 9:39

  5. Guten Tag,

    habe mit großer Aufmerksamkeit den Artikel über Google+ gelesen. Offengestanden wusste ich nichts davon. In Facebook habe ich mich schon vor Monaten abgemeldet. Nun würde ich gerne Googel+ testen aber wie ich recherchiert habe, kann mann sich nur via Einladung anmelden.Könnten Sie mir eine Einladung zukommen lassen?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

    Gruß

    Christine Andres

    Kommentar von Christine Andres - 6. Juli 2011 um 9:39

  6. Guten Abend!

    Ihr schreibt: „Schickt man an einen bestimmten Circle eine Nachricht und möchte nicht, dass die Informationen einfach so weiterverbreitet werden, so kann man die Nachricht dementsprechend sperren lassen.“

    Das würde mich doch sehr wundern. Funktioniert Copy&Paste nicht? Werden Screenshots gesperrt? Die Druckfunktion des Browsers blockiert? Meine Digitalkamera versteckt?

    Wie ist diese Sperre umgesetzt? Ich halte das für technisch unmöglich, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

    Viele Grüße,

    Thorsten Hamann

    Kommentar von Thorsten Hamann - 6. Juli 2011 um 9:39

  7. @Thorsten Hamann

    Ihre Argumentation ist nachvollziehbar und richtig. Natürlich kann Google nicht gänzlich verhindern, dass eine von einem Nutzer geteilte Nachricht weiterverbreitet wird. So wird letztlich bei einem „als gesperrt“ markierten Beitrag nur die Möglichkeit deaktiviert, diesen einfach durch Betätigen des entsprechenden Buttons weiterzuleiten.

    Mit den von Ihnen genannten Möglichkeiten ist es natürlich weiterhin möglich, die Informationen weiterzuverbreiten. Allerdings geht das in dem Fall eben nur mit, wenn auch überschaubarem, Mehraufwand.

    Viele Grüße,

    André Nagel

    Kommentar von Unternehmenskommunikation - 6. Juli 2011 um 9:39

  8. @Christine Andres

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Es lohnt sich in jedem Fall einmal Google+ auszuprobieren. Gern laden wir Sie ein. Am besten schreiben Sie uns noch einmal eine E-Mail an blog@euroweb.de, dann schicken wir Ihnen gleich die Einladung an Ihre E-Mail-Adresse. Oder haben Sie bei der Abgabe Ihres Kommentars die aktuelle Adresse angegeben?

    Viele Grüße,
    André Nagel

    Kommentar von Unternehmenskommunikation - 6. Juli 2011 um 9:39

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