Gekaufte Faceboookfans? Weniger ist manchmal mehr

26. Juli 2011

Facebook verliert für die Markenkommunikation nicht an Relevanz. Einer Studie von Zucker.Kommunikation und pilot zufolge haben die Fanseiten der 150 Top-TV-werbetreibenden Unternehmen in Deutschland im Durchschnitt mehr als 25.000 Fans. Kleinere und mittelständische Unternehmen dürften solche Dimensionen nicht erreichen, haben aber nicht selten auch mehrere hundert Anhänger im Social Network. Unternehmensseiten, die deutlich darunter liegen, gelten dabei aus Sicht vieler als weniger bedeutend. Die Anzahl der Facebook-Fans ist für die meisten Unternehmen zu einer Art virtuellem Aushängeschild geworden. Je mehr Fans, desto beliebter die Seite, desto mehr Multiplikatoren für die Botschaften. Hohe Fanzahlen können auch einen animierenden Effekt auf weitere Nutzer haben, ebenfalls Fan zu werden und so im Idealfall zur viralen Verbreitung der Seite beitragen. Deshalb stellen sich immer mehr Fanseiten-Administratoren die Frage, wie sie noch mehr Fans auf ihre Seite locken können.

Darauf gibt es viele Antworten: Social Media Plugins auf der eigenen Website platzieren, auf themenähnlichen Fanseiten auf sich aufmerksam machen, den Fans relevante Inhalte zur Verfügung stellen oder virale Aktionen. Das sind nur einige wesentliche Tipps aus dem Blog allfacebook.de. Immer wieder hört und liest man aber auch von einer weiteren Möglichkeit: dem Einkaufen von Facebookanhängern. Firmen wie US social oder Fanslave verdienen offenbar gut an diesem Geschäft. Das Modell: Seitenbetreiber zahlen und innerhalb weniger Tage vervielfacht sich ihre Anhängerschaft – zumindest scheinbar. Für knapp tausend Euro lassen sich auf diese Weise 10.000 Fans generieren. Dafür können die vermeintlichen Follower nach Land, Sprache, Alter und Geschlecht ausgewählt werden. Aber was nützen gekaufte Fans Unternehmen, die über Facebook effektive PR betreiben wollen?

Eigentlich ist diese Frage einfach zu beantworten: Nicht viel. Denn häufig sind die eingekauften Fans Fake-Profile oder gehackte Facebook-Accounts. Und selbst, wenn sich dahinter echte Menschen verbergen: Sie haben keinerlei Marken- und Produktbindung. Darauf ist aber eine erfolgreiche Social Media-PR angewiesen. Sie setzt auf Dialog, soll eben gerade nicht ins Leere laufen wie eine Plakatwand, vor der niemand stehen bleibt. Dazu braucht sie die Interaktion mit der Zielgruppe, deren Likes, Kommentare und Nachfragen. Abgesehen davon widerspricht das Fan-Shopping dem Grundgedanken sozialer Netzwerke. Ihr Zweck ist es, bestehende soziale Beziehungen sichtbar zu machen, vielleicht auch neue zu generieren, aber nicht, den Eindruck zu vermitteln, es gäbe Beziehungen, wo keine sind. Wer trotzdem mit dem Kauf von Facebookfans liebäugelt, sollte auch bedenken, dass ein solches Vorgehen schnell entlarvt werden kann. Fanpages mit gigantischen Followerzahlen, aber wenig Interaktion stechen selbst dem Laien schnell ins Auge – das kann dann peinlich werden.

Facebook selbst gestattet das Einkaufen von Freunden nicht und versucht durch Sperrungen von unseriös erscheinden Mitgliedern dagegen vorzugehen – leider mit mäßigem Erfolg. Es bleibt zu hoffen, dass das Geschäft mit den Followern nicht dazu führt, dass Fanpages mit großen Followerzahlen bald unter dem Generalverdacht stehen, sich ihr Publikum erkauft zu haben.

Fazit: Fans einzukaufen ist teuer und langfristig wenig effektiv. Besser ist es, die Zeit und die Mühe in den Aufbau eines echten Netzwerkes rund um die eigene Fanseite zu investieren. Das kostet nichts, verspricht nachhaltigere Erfolge und macht zudem auch noch Spaß. Qualität geht also wie so oft vor Quantität und manchmal ist weniger mehr.

Wie ist Ihr Standpunkt zu dem Geschäft mit den Followern?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Viele Grüße

Franziska Bravo Roger

 

Facebook verliert für die Markenkommunikation nicht an Relevanz. Einer Studie von Zucker.Kommunikation und pilot [AN1] zufolge haben die Fanseiten der 150 Top-TV-Werbetreibenden Unternehmen in Deutschland im Durchschnitt mehr als 25.000 Fans. Kleinere und mittelständische Unternehmen dürften solche Dimensionen nicht erreichen, haben aber nicht selten auch mehrere hundert Anhänger im Social Network. Unternehmensseiten, die deutlich darunter liegen, gelten dabei aus Sicht vieler als weniger bedeutend. Die Anzahl der Facebook-Fans ist für die meisten Unternehmen zu einer Art virtuellem Aushängeschild geworden. Je mehr Fans, desto beliebter die Seite, desto mehr Multiplikatoren für die Botschaften. Hohe Fanzahlen können auch einen animierenden Effekt auf weitere Nutzer haben, ebenfalls Fan zu werden und so im Idealfall zur viralen Verbreitung der Seite beitragen. Deshalb stellen sich immer mehr Fanseiten-Administratoren die Frage, wie sie noch mehr Fans auf ihre Seite locken können.

 

Darauf gibt es viele Antworten: Social Media Plugins auf der eigenen Website platzieren, auf themenähnlichen Fanseiten auf sich aufmerksam machen, den Fans relevante Inhalte zur Verfügung stellen oder virale Aktionen. Das sind nur einige wesentliche Tipps aus dem Blog allfacebook.de. Immer wieder hört und liest man aber auch von einer weiteren Möglichkeit: dem Einkaufen von Facebookanhängern. Firmen wie US social oder Fanslave verdienen offenbar gut an diesem Geschäft. Das Modell: Seitenbetreiber zahlen und innerhalb weniger Tage vervielfacht sich ihre Anhängerschaft. Für knapp tausend Euro lassen sich auf diese Weise 10.000 Fans generieren. Dafür können die Follower nach Land, Sprache, Alter und Geschlecht ausgewählt werden.

Aber was nützen gekaufte Fans Unternehmen, die über Facebook effektive PR betreiben wollen?

 

Eigentlich ist diese Frage einfach zu beantworten: Nicht viel. Denn häufig sind die eingekauften Fans Fake-Profile oder gehackte Facebook-Accounts. Und selbst, wenn sich dahinter echte Menschen verbergen: Sie haben keinerlei Marken- und Produktbindung. Darauf ist aber eine erfolgreiche Social Media-PR angewiesen. Sie setzt auf Dialog, soll eben gerade nicht ins Leere laufen wie eine Plakatwand, vor der niemand stehen bleibt. Dazu braucht sie die Interaktion mit der Zielgruppe, deren Likes, Kommentare und Nachfragen. Abgesehen davon widerspricht das Fan-Shopping dem Grundgedanken sozialer Netzwerke. Ihr Zweck ist es, bestehende soziale Beziehungen sichtbar zu machen, vielleicht auch neue zu generieren, aber nicht, den Eindruck zu vermitteln, es gäbe Beziehungen, wo keine sind. Wer trotzdem mit dem Kauf von Facebookfans liebäugelt, sollte auch bedenken, dass ein solches Vorgehen schnell entlarvt werden kann. Fanpages mit gigantischen Followerzahlen, aber wenig Interaktion stechen selbst dem Laien schnell ins Auge – das kann dann peinlich werden.

 

Facebook selbst gestattet das Einkaufen von Freunden nicht und versucht durch Sperrungen von unseriös erscheinden Mitgliedern dagegen vorzugehen – leider mit mäßigem Erfolg. Es bleibt zu hoffen, dass das Geschäft mit den Followern nicht dazu führt, dass Fanpages mit großen Freundeszahlen bald unter dem Generalverdacht stehen, sich ihr Publikum erkauft zu haben.

 

Fazit: Fans einzukaufen ist teuer und langfristig wenig effektiv. Besser ist es, die Zeit und die Mühe in den Aufbau eines echten Netzwerkes rund um die eigene Fanseite zu investieren. Das kostet nichts, verspricht nachhaltigere Erfolge und macht zudem auch noch Spaß. Qualität geht also wie so oft vor Quantität und manchmal ist weniger mehr.

 

Wie ist Ihr Standpunkt zu dem Geschäft mit den Followern? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

 

Viele Grüße

Franziska Bravo Roger

 


 

[AN1]vielleicht noch zu den Unternehmen verlinken

 

 


Kommentare

  1. Ich sehe ebenfalls kaum einen Grund, sich Fans anzukaufen. Wie du bereits gesagt hast, bringen die eigentlich nicht viel. Von 1.000 Fans sind dann vielleicht gerademal 50 dabei, die auch Interesse an der Fanpage zeigen. Ebenfalls finde ich es besser, wenn man eine mehr oder weniger gute Übersicht über die Anzahl derer, die sich für mein Projekt interessieren, zu haben.

    Kommentar von Blogdetektiv - 26. Juli 2011 um 10:17

  2. Ich sehe ebenfalls kaum einen Grund, sich Fans anzukaufen. Wie du bereits gesagt hast, bringen die eigentlich nicht viel. Von 1.000 Fans sind dann vielleicht gerademal 50 dabei, die auch Interesse an der Fanpage zeigen. Ebenfalls finde ich es besser, wenn man eine mehr oder weniger gute Übersicht über die Anzahl derer, die sich für mein Projekt interessieren, zu haben.

    Kommentar von Blogdetektiv - 26. Juli 2011 um 10:17

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