Gefangen im falschen Job? – Berufswechsel und Quereinstieg

15. August 2019

Was du bei einem Berufswechsel beachten solltest

Dein gelernter Job macht dir keinen Spaß mehr? Du siehst keine Aufstiegsmöglichkeiten in deinem aktuellen Beruf? Du würdest lieber etwas ganz anderes machen? Dann kann ein Berufswechsel oder sogar ein Quereinstieg die benötigte Änderung bringen, die du dir wünschst. Wir zeigen dir, was du bei einem Berufswechsel beachten musst, wann es Zeit für eine Veränderung ist und wie dir die berufliche Neuorientierung gelingt.

Die Gründe, den falschen Job gewählt zu haben, können sehr verschieden sein. Gerade nach der Schule oder sogar noch nach dem Studium haben viele zwar eine grobe Vorstellung von einer Arbeit, der sie nachgehen möchten – doch wie genau der Arbeitsalltag wirklich aussieht, wissen sie nicht. Oder vielleicht hast du nach der Schule eine Ausbildung angefangen, die deine Erwartungen in keiner Weise erfüllt? Auch im fortgeschrittenen Alter kann der Wunsch nach einem Wechsel aufkommen und du merkst, dass der Beruf, den du damals gewählt hast, eigentlich gar nicht mehr zu dir passt – deine Interessen oder die Aufgaben und Anforderungen deines Jobs haben sich mit der Zeit verändert. Egal, welcher Grund auf dich zutrifft, dir ist klar, dass dein jetziger Beruf dich langfristig nicht glücklich macht und deine Motivation von Tag zu Tag weniger wird.

Wann ist es Zeit, über einen Berufswechsel nachzudenken?

Wann genau der richtige Zeitpunkt für einen Berufswechsel ist, das kannst nur du für dich selbst herausfinden. Doch es gibt einige Hinweise und Anzeichen, die dir zeigen, dass dein aktueller Job nicht die richtige Wahl war oder dich nicht mehr weiterbringt:

  • du quälst dich jeden Tag aus dem Bett und hast keine Motivation, zur Arbeit zu gehen
  • zu deiner Tätigkeit fallen dir nur negative Dinge ein
  • du bist nicht nur unglücklich, sondern leidest auch körperlich unter deinem Job
  • du fühlst dich bei deiner Arbeit unterfordert
  • oder bist jeden Tag gestresst und hast das Gefühl, den Anforderungen nicht gerecht zu werden
  • deine Arbeit macht dir keinen Spaß
  • deine einzige Motivation ist dein Gehalt
  • du läufst auf der Stelle und es gibt keine weiteren Karrierechancen für dich
  • du bist neidisch auf deine Freunde, die von ihrer Arbeit schwärmen
  • du suchst ständig nach Ausreden nicht zur Arbeit zu gehen
  • ein Berufswechsel geistert dir fast täglich im Kopf herum

Natürlich sind dies nur Anzeichen und kein Garant dafür, dass dein Job der Falsche für dich ist. Du solltest dir sicher sein, dass es wirklich der Beruf ist, der diese Anzeichen auslöst und nicht nur dein Arbeitgeber. Hast du Probleme mit deinem Chef, den Kollegen oder dem gesamten Arbeitsumfeld, kann vielleicht ein einfacher Wechsel des Unternehmens die Lösung bringen, sodass du wieder Freude an deiner eigentlichen Tätigkeit findest. Für beides ist jedoch eins wichtig: Selbsterkenntnis. Schließlich ist die Erkenntnis der erste Schritt zur Besserung! Egal, ob Jobwechsel oder Unternehmenswechsel – beide Entscheidungen solltest du nicht spontan und nur aus einer Laune heraus treffen. Du solltest dir wirklich sicher und im Klaren darüber sein, was du möchtest.

So gelingt dir die Neuorientierung – 5 Tipps für den Berufswechsel

Treffen die oben genannten Anzeichen auf dich zu, ist es Zeit über eine andere Tätigkeit nachzudenken. Folgende Tipps können dir auf deinem Weg zum Ziel helfen:

1. Hab Mut und Ausdauer:

Ein Jobwechsel oder Quereinstieg benötigt immer eine gehörige Portion Mut. Gerade ältere Mitarbeiter denken, dass sie kaum noch Chancen haben einen Quereinstieg zu meistern oder reden sich ein, dass es für einen Berufswechsel zu spät ist. Klar ist es eine Herausforderung und je nachdem, welchen Beruf du wählst, musst du vielleicht ganz bei Null anfangen, eine Ausbildung absolvieren oder andere Umschulungen besuchen, doch am Ende kann es dich zu dem bringen, was du immer wolltest. Rückschläge gehören dazu, also gib nicht direkt auf, wenn du Absagen auf deine Bewerbungen erhältst!

2. Finde heraus, was du kannst und was du willst:

Was möchtest du mit dem Berufswechsel erreichen? Welchen Berufszweig möchtest du einschlagen und was motiviert dich? Um zu verhindern, dass du wieder den falschen Weg gehst, solltest du dir sicher sein, welchen Beruf du wirklich ausüben möchtest. Dabei kann es hilfreich sein, eine Liste mit deinen Stärken und Interessen anzufertigen.

3. Setz dir Ziele:

Dein Berufswechsel soll keine überstürzte Handlung aus dem Affekt heraus sein, sondern gut durchdacht. Gerade, wenn du im Vorfeld Fort- oder Weiterbildungen besuchen musst, um die notwendigen Fähigkeiten vorzuweisen, ist es wichtig, den Wechsel einige Zeit im Voraus zu planen. Wenn du vielleicht sogar eine neue Ausbildung machen musst, solltest du bedenken, dass du anfangs weniger verdienen wirst als in deinem jetzigen Job. Fang also schon frühzeitig an zu sparen, um später keine finanziellen Probleme zu haben. Ein wirkliches Ziel vor Augen hilft dir außerdem dabei, auch nach Rückschlägen weiterzumachen.

4. Bilde dich privat im Vorfeld weiter:

In der Regel wirst du in einen Beruf wechseln, der dich auch persönlich interessiert und mit dessen Aufgabenbereichen du dich vielleicht bereits auskennst. Um im neuen Job jedoch durchzustarten, ist es sinnvoll, dich bereits vor der Bewerbung weiterzubilden und gewisse Qualifikationen zu erhalten und auch nachweisen zu können. Besuche also privat Kurse oder Fortbildungen, die du mit einem Zertifikat abschließt. Das zeugt nicht nur von Eigeninitiative und wirklicher Motivation, sondern ist auch ein gutes Argument für deine Bewerbung.

5. Hol dir Hilfe von deinem Umfeld:

Ein Berufswechsel ist immer eine große Veränderung, die vielleicht nicht jeder sofort nachvollziehen kann. Schließlich birgt er auch immer einige Risiken. Darum empfehlen wir dir schon vorher mit Freunden, Familie und Menschen, die dir nahestehen, über deinen Wunsch zu reden. Zum einen wirst du dir deiner Gründe im Gespräch mit anderen bewusster und zum anderen wirst du Verständnis und damit noch mehr Motivation erhalten. Ein Berufswechsel ist zudem nicht immer ein einfacher Weg, sei also nicht zu stolz dir Hilfe und Unterstützung zu holen, wenn du mal nicht weiter weißt. Außerdem können Freunde und Familie dich nicht nur mental unterstützen, sondern auch Kontakte aufbauen, wenn sie zum Beispiel bereits in dem Bereich arbeiten, in den du wechseln möchtest.

Deine Bewerbung für den Quereinstieg

Im Vergleich zu deinen Mitbewerbern kannst du als Quereinsteiger natürlich meist keine relevanten Berufserfahrungen in der jeweiligen Branche vorweisen. Um dich trotzdem gegen andere Bewerber durchzusetzen, solltest du in deiner Bewerbung vor allem eins sein: ehrlich! Gehe auf deine Motivation ein und erkläre, warum du dich für den Beruf eignest, warum du deinen jetzigen Beruf wechseln möchtest und welche Fähigkeiten du bereits mitbringst – egal, ob du dir aus privatem Interesse relevante Skills angeeignet oder bereits Fortbildungen abgeschlossen hast. Zeig außerdem, dass du bereit bist, dich für den neuen Job weiterzubilden.

In vielen Berufsfeldern, gerade in denen es an Fachkräften mangelt, sind Quereinsteiger oder Berufswechsler sogar gerne willkommen, zum Beispiel im sozialen Sektor. Lehrer, Erzieher oder Altenpfleger werden dringend gesucht und je nach Bundesland gibt es dafür unterschiedliche Voraussetzungen und Umschulungsmöglichkeiten. Viele Quereinsteiger gibt es zudem in der IT- oder Medienbranche.

Fazit

Wenn du dich in deinem jetzigen Beruf unwohl fühlst und dein Job sich vielleicht sogar auf deine körperliche Gesundheit auswirkt, dann scheu nicht davor zurück, neue Wege zu gehen. Heutzutage ist es kaum noch üblich, sein ganzes Leben lang nur einen Job auszuüben, so wie es früher einmal war. Solange du alles gut durchdenkst und bereit bist, dich weiterzubilden, stehen dir mit einem Berufswechsel zahlreiche neue Chancen offen!


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