Fünf Jahre und mehr? Twitter feiert Geburtstag

22. März 2011

„Richte soeben mein Twitter ein“, so die kurze Mitteilung des kalifornischen Softwareentwicklers Jack Dorsey im März 2006. Der Microblogging-Dienst Twitter war geboren.

Fünf Jahre ist das her, inzwischen zwitschern weltweit an die 200 Millionen Menschen und täglich kommen 46.000 neue Nutzer dazu. Twitter ist ein Massenphänomen. Gezwitschert werden längst nicht nur banale Wetterprognosen, sondern Wahlergebnisse, revolutionäre Botschaften und sogar Nachrichten aus dem All.

Start als unternehmensinterner Service

Dabei stand hinter dem heute weltbekannten Kurznachrichtenticker zu Beginn nur der Gedanke, die interne Kommunikation der Podcasting-Firma Odeo in San Francisco, für die Dorsey damals arbeitete, zu optimieren. Kurze Statusmeldungen sollten an die Kollegen gesandt werden, damit jeder weiß, woran die anderen gerade arbeiten. Schnell gewann Twitter an Popularität, auch außerhalb des Unternehmens. Im April 2007 gründete Dorsey zusammen mit Biz Stone und Evan Williams ein eigenes Unternehmen, die Twitter Inc.

Vom belächelten Plauderkastern zum revolutionären Medium

Nicht ganz ohne Schwierigkeiten startete der Dienst im Internet. Viele kritisierten die Belanglosigkeit der geposteten Tweets und Retweets. Aber das soziale Netzwerk hat sich behauptet. Twitter ist heute mehr als nur eine unterhaltende Plattform. Längst hat die PR-Branche den Dienst für sich entdeckt, so mobilisierte US-Präsident Obama 2008 mit Twitter zahlreiche Wahlkampf-Unterstützer und unter dem Hashtag #jan25 (das Datum einer Großdemonstration) wurde Twitter 2011 zum Werkzeug ägyptischer Bürgerprotestler.

Wie geht es weiter?

Trotz dieses gesellschaftlichen Stellenwerts vergleicht Twitter-Mitbegründer Stone den Entwicklungsstand des Microblogging-Dienstes mit dem eines Kindes: „In den vergangenen Jahren haben wir eigentlich erst Laufen gelernt. Wir stehen hier gerade erst am Anfang eines Lebens voller Potenzial und Abenteuer.“ Klingt, als hätten die Twitter-Chefs noch Einiges vor – ein Anlass, einmal über die Zukunft des Microblogging-Dienstes zu spekulieren.

Szenario 1: Twitter wird verdrängt

Twitters Microblogging-Funktion ist kein Alleinstellungsmerkmal, denn auch andere Social Networks lassen ihre Mitglieder „zwitschern“. Mit seinen 175 Millionen Nutzern kann der Dienst Internetgiganten wie Facebook (mehr als 500 Millionen Nutzer) ohnehin nicht das Wasser reichen. Möglicherweise  werden die Nutzer irgendwann müde, sich immer in mehreren Accounts gleichzeitig einzuloggen und wandern mit ihren Kurznachrichten auf andere Plattformen ab.

Szenario 2: Twitter beißt sich durch

Twitter hat sich in dem speziellen Kreis der Onliner etabliert und bleibt für diesen auch relevant. Sein gesellschaftlicher Einfluss aber sollte nicht überschätzt werden. Twitter beißt sich weiterhin als Nischenprodukt durch.

Szenario 3: Twitter revolutioniert die Welt

Ägypten und Iran waren nur die Vorboten: Mit Twitter kommt die digitale Revolution. Der Microblogging-Dienst fördert aber nicht nur Demokratisierungsprozesse, sondern auch Verkaufszahlen. Immer mehr Unternehmen entdecken den Dienst für ihre Marketing-Strategie. Parallel dazu steigen die Nutzerzahlen, gerade weil auch immer mehr Menschen mobil ins Internet gehen .

Welche Erfahrungen haben Sie in den vergangenen fünf Jahren mit Twitter gemacht? Wie sieht Ihre Zukunftsprognose aus? Mit welchem der drei Szenarien stimmen Sie am ehesten überein?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Viele Grüße

Franziska Bravo Roger

Zahlen und Fakten rund um das Thema „Fünf Jahre Twitter“ finden Sie hier: http://twittersmash.com/twitter-facts-figures-von-2006-bis-heute/


Kommentare

  1. Als die Menschen im Iran 2009 gegen das Mullah-Regime auf die StraBe gingen konnten die Menschen auf der ganze Welt das brutale Vorgehen der Machthaber miterleben – in Echtzeit uber Twitter. Und als nach dem verheerenden Erdbeben in Japan die Telefonleitungen ausfielen konnte man zumindest uber Twitter ein Lebenszeichen absetzen..

    Kommentar von Louis Eugene Carabini - 22. März 2011 um 12:41

  2. Als die Menschen im Iran 2009 gegen das Mullah-Regime auf die StraBe gingen konnten die Menschen auf der ganze Welt das brutale Vorgehen der Machthaber miterleben – in Echtzeit uber Twitter. Und als nach dem verheerenden Erdbeben in Japan die Telefonleitungen ausfielen konnte man zumindest uber Twitter ein Lebenszeichen absetzen..

    Kommentar von Louis Eugene Carabini - 22. März 2011 um 12:41

Einen Kommentar abgeben

Folgende HTML-Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> .