Flacht die Begeisterung für Coupon-Portale in 2012 ab oder geht’s jetzt richtig los?

18. Januar 2012

Der größte Gutschein-Anbieter Groupon plant nach dem Börsengang im letzten Jahr zu expandieren. Zu Anfang dieses Jahres erfolgte die Kooperation mit der Telekom, um nun auch den mobilen Markt zu erobern. Noch gilt das US-Portal Groupon mit 30 Millionen Nutzern als erfolgreichster Anbieter, muss sich allerdings einerseits weltweit vor Hunderten von Wettbewerbern in Acht nehmen und anderseits bereitet die fehlende Loyalität der Schnäppchenjäger Grund für Zukunftssorgen. Derzeit bietet Groupon in 45 Ländern rabattierte Angebote über die eigene Website, per E-Mail und nun auch verstärkt auf dem Handy an. Die Angebote reichen von kompletten Menüs bis zu Rabatten in Online-Shops. Sobald die Nutzer den Gutschein einlösen, behält Groupon einen Teil des Wertes. Das Unternehmen erzielte im dritten Quartal 2011 einen Umsatz von 430 Millionen Dollar.

Die größten Konkurrenten…

…gaben auf! Nach der geplatzten Übernahme von Groupon plante Google mit seinem neuen Dienst „Offers“ ein eigenes Couponing-Portal. Offers wollte wie Groupon den Nutzern tägliche E-Mailempfehlungen für lokale Angebote zum Schnäppchenpreis bieten. Und auch Facebook brachte sich mit Facebook Deals auf dem Couponing-Sektor in Stellung. Das soziale Netzwerk hatte den Dienst mit ortsbezogenen Rabattangeboten in Deutschland Anfang 2011 gestartet und im Sommer des selbigen Jahres wieder eingestellt. Offers konnte sich in Deutschland erst gar nicht etablieren. Beide Netz-Giganten wollten vom großen Couponing-Boom profitieren und scheiterten. Dabei konnte Facebook seine strategischen Vorteile zumindest für Lokalisierungsdienste nutzen. Experten sind sich sicher, dass allerdings dem Googles Offers-Vorstoß ohnehin nur geringer Erfolg bestimmt sein konnte. „Couponing ist sehr personalintensiv – ich muss kleine Läden akquirieren. Das ist nicht die Stärke eines Algorithmus-Effizienz-Spezialisten wie Google“, glaubt etwa Uwe Sandner von Servtag. Und auch Henrik Helmer von Daily Deal äußerte Zweifel, was Offers angeht: „Google hat alle notwendigen Tools und Servicemöglichkeiten, aber keines für den Verkaufsabschluss. Das ist personalintensiv, serviceintensiv und zwar gerade, wenn ich weltweit agieren will. Google hat selbst erkannt, dass es besser ist, hier einen geeigneten Partner zu akquirieren, wie die versuchte Groupon-Übernahme zeigt. Stattdessen kaufte man Konkurrent Daily Deal auf.

Guter Deal? Exklusiv ist besser!

Das größte Problem für die Weiterentwicklung des Couponing sind Kratzer am Image: In der Verbraucher-Wahrnehmung haftet dem Geschäft mit den bezahlten und besonders den unbezahlten Coupons etwas von Schnäppchen-Jagd und Ramsch an. Daher wollen die Couponing-Anbieter künftig verstärkt mit hochwertigen Premium-Angeboten das Negativ-Image abschütteln. Mit höherwertigen Produkten lässt sich der Coupon in der subjektiv gefühlten Wertigkeit erhöhen und auf diese Weise für höherwertige Marken erschließen. Ein Trend lautet daher: Weg vom Massen-Angebot, hin zum Exklusiv-Deal!

Mobiles Couponing

Der Coupon bleibt für viele moderne Schnäppchenjäger ein fester Bestandteil ihrer Shopping-Gewohnheiten. Doch der Weg vom Gutschein zum stationären Handel soll noch kürzer werden. Bereits jetzt können die Geschäfte es den Kunden einfacher machen, einen Coupon mobil im Laden zu empfangen, beispielsweise beim CheckIn an einen bestimmten Ort über die Lokalisierungsdienste Foursquare oder Gowalla direkt aufs Smartphone, gegebenenfalls sind das Anmelden beim sozialen Dienst und schließlich das Einloggen noch Hürden auf dem Weg zum Gutschein. Erste Schritte, diesen Weg zu verkürzen, stellt beispielsweise der automatisierte LogIn dar, wie ihn die Apps Future CheckIn oder COUPIES bieten.

Fazit: Richtig angewendet und mit entsprechenden zukunftsorientierten Strategien kann Couponing sein Wachstum auch künftig fortsetzen und auch weiterhin als innovatives Marketinginstrument für Handel und Commerce bestehen.

Was glauben Sie, wie sich die Zukunft des Couponing gestaltet? Geht es aufwärts oder abwärts? Wird die bereits in Blogs prophezeite Couponing-Blase platzen? Kann es soweit gehen, dass Sie als Käufer den Preisen misstrauen, weil sie ständig das Gefühl haben, bei irgendeinem Anbieter gebe es das Wunschprodukt rabattiert? 

Ich freue mich über Ihre Kommentare,

Dorothea Zeidler


Kommentare

  1. Alleine das Thema Mobile Couponing finde ich etwas zu kurz betrachtet. Mobile Couponing ist keine Verlängerung des Groupon-Angebotes auf den mobilen Kanal sondern eine eigene Werbeform mit eigenen Mechaniken und Vorteilen. Ein klassischer Coupon wird nicht beim Couponanbieter gekauft sondern kann spontan am POS mobil, also mit dem Handy, eingelöst werden; einem mobilen Coupon haftet nicht das Billig-Image an, da der User sich den Coupon aktiv über eine App holt und der Rabatt auch nicht 70% sondern vielleicht nur realistischere 30% ist. Des Weiteren handelt es sich bei Mobile Couponing um einen Location Based Service (LBS), mit all den Vorteilen, die das mit sich bringt (Navi-Funktion, Anzeige aller Angebote in der Nähe, Auswahl nach Relevanz durch räumliche Nähe etc.). Schlussendlich lässt sich Mobile Couponing auch für Hersteller und Filialisten einsetzen, siehe das Beispiel Nivea-Coupon bei Schlecker.
    http://www.wuv.de/nachrichten/digital/nivea_mobile_couponing_aktion_mit_schlecker

    Sinnvoll eingesetzt lassen sich beide Couponing-Arten dann kombinieren: Punktuelle „Deal“-Angebote und länger laufende mobile Coupons können den stationären Einzelhandel sinnvoll unterstützen und Traffic am POS generieren.

    Probieren sie doch mal COUPIES aus, in der DailyDeal-App sehen Sie dann z.B. eine mögliche Kombination beider Couponing-Systeme.

    Viele Grüße
    Thomas Engel, Mitgründer von COUPIES, der größten Mobile Couponing Plattform in Europa
    http://www.coupies.de

    Kommentar von Thomas Engel - 18. Januar 2012 um 17:40

  2. @Thomas Engel: Vielen Dank für Ihren informativen Beitrag. Natürlich ist speziell das Thema Mobile Couponing durchaus weiter gefächert. Location Based Services sind ja bereits seit längerer Zeit verbreitet. Genauso die „klassischen“ Gutscheinportale. Die spannende Frage bleibt ja, wohin das Couponing demnächst hinsteuert. Gerne ergänze ich den Beitrag um den Verweis auf COUPIES.

    Schöne Grüße

    Dorothea Zeidler

    Kommentar von d.zeidler - 18. Januar 2012 um 17:40

  3. Ein interessanter Artikel!
    Als Betreiber einer Deal-Übersicht beobachte ich den Markt genau. Auffällig ist, dass sich die Kunden mehr und mehr von Groupon abwenden, hin zu kleineren Dealanbietern, die in letzter Zeit wie Pilze aus dem Boden schießen. Entweder spezialisiert man sich dort auf eine bestimmte Zielgruppe (Kindervorteil.de, Kidsdeal.de, Familydeal.de) oder auf einen kleineren geografischen Markt (man punktet dabei mit echter lokaler Kenntnis). So z.B. der neue Anbieter Kleinstadtdeals.de. Ein Dealanbieter lässt sich mittlerweile sehr preisgünstig aufbauen und mit fairen Konditionen wird man auch sehr gut von den Dealpartnern angenommen ohne große Überzeugungsarbeit (Wenn nötig, dann nur weil Groupon das Couponing ein wenig in Verruf gebracht haben könnte). Wichtig ist es auf nachhaltiges Wachstum, Transparenz und Fairness zu setzen. Ein 2. Groupon (oder Dailydeal) wird es hierzulande nicht mehr geben. Auf unserer Dealübersicht gibt es mittlerweile über 30 Anbieter und in der Pipeline sind noch einige mehr, die nächste Woche folgen. Wir glauben daran, dass die kleineren Anbieter die großen Anbieter wie Groupon etc. auf den lokalen Märkten nach und nach verdrängen werden. Groupon hat höchstens den Stein ins Rollen gebracht …

    Viele Grüße

    – Betreiber der Dealübersicht Preisgenial.de mit über 30 Dealanbietern.

    Kommentar von Leon B. - 18. Januar 2012 um 17:40

  4. Ich denke auch das teilweise recht viele Kunden von Groupon verärgert sind, weil was bringt einem ein MassageDeal wenn das betreffende Studio über Monate hinweg ausgebucht ist und die ersten Termine erst nach 5-6 Monate vergeben werden können? Da ist ein solcher Deal mal eben zum Staubfänger mutiert. Gerade bei solchen Deal ist sicherlich noch verbesserungsbedarf vorhanden

    Kommentar von Oliver - 18. Januar 2012 um 17:40

  5. Alleine das Thema Mobile Couponing finde ich etwas zu kurz betrachtet. Mobile Couponing ist keine Verlängerung des Groupon-Angebotes auf den mobilen Kanal sondern eine eigene Werbeform mit eigenen Mechaniken und Vorteilen. Ein klassischer Coupon wird nicht beim Couponanbieter gekauft sondern kann spontan am POS mobil, also mit dem Handy, eingelöst werden; einem mobilen Coupon haftet nicht das Billig-Image an, da der User sich den Coupon aktiv über eine App holt und der Rabatt auch nicht 70% sondern vielleicht nur realistischere 30% ist. Des Weiteren handelt es sich bei Mobile Couponing um einen Location Based Service (LBS), mit all den Vorteilen, die das mit sich bringt (Navi-Funktion, Anzeige aller Angebote in der Nähe, Auswahl nach Relevanz durch räumliche Nähe etc.). Schlussendlich lässt sich Mobile Couponing auch für Hersteller und Filialisten einsetzen, siehe das Beispiel Nivea-Coupon bei Schlecker.
    http://www.wuv.de/nachrichten/digital/nivea_mobile_couponing_aktion_mit_schlecker

    Sinnvoll eingesetzt lassen sich beide Couponing-Arten dann kombinieren: Punktuelle „Deal“-Angebote und länger laufende mobile Coupons können den stationären Einzelhandel sinnvoll unterstützen und Traffic am POS generieren.

    Probieren sie doch mal COUPIES aus, in der DailyDeal-App sehen Sie dann z.B. eine mögliche Kombination beider Couponing-Systeme.

    Viele Grüße
    Thomas Engel, Mitgründer von COUPIES, der größten Mobile Couponing Plattform in Europa
    http://www.coupies.de

    Kommentar von Thomas Engel - 18. Januar 2012 um 17:40

  6. @Thomas Engel: Vielen Dank für Ihren informativen Beitrag. Natürlich ist speziell das Thema Mobile Couponing durchaus weiter gefächert. Location Based Services sind ja bereits seit längerer Zeit verbreitet. Genauso die „klassischen“ Gutscheinportale. Die spannende Frage bleibt ja, wohin das Couponing demnächst hinsteuert. Gerne ergänze ich den Beitrag um den Verweis auf COUPIES.

    Schöne Grüße

    Dorothea Zeidler

    Kommentar von d.zeidler - 18. Januar 2012 um 17:40

  7. Ein interessanter Artikel!
    Als Betreiber einer Deal-Übersicht beobachte ich den Markt genau. Auffällig ist, dass sich die Kunden mehr und mehr von Groupon abwenden, hin zu kleineren Dealanbietern, die in letzter Zeit wie Pilze aus dem Boden schießen. Entweder spezialisiert man sich dort auf eine bestimmte Zielgruppe (Kindervorteil.de, Kidsdeal.de, Familydeal.de) oder auf einen kleineren geografischen Markt (man punktet dabei mit echter lokaler Kenntnis). So z.B. der neue Anbieter Kleinstadtdeals.de. Ein Dealanbieter lässt sich mittlerweile sehr preisgünstig aufbauen und mit fairen Konditionen wird man auch sehr gut von den Dealpartnern angenommen ohne große Überzeugungsarbeit (Wenn nötig, dann nur weil Groupon das Couponing ein wenig in Verruf gebracht haben könnte). Wichtig ist es auf nachhaltiges Wachstum, Transparenz und Fairness zu setzen. Ein 2. Groupon (oder Dailydeal) wird es hierzulande nicht mehr geben. Auf unserer Dealübersicht gibt es mittlerweile über 30 Anbieter und in der Pipeline sind noch einige mehr, die nächste Woche folgen. Wir glauben daran, dass die kleineren Anbieter die großen Anbieter wie Groupon etc. auf den lokalen Märkten nach und nach verdrängen werden. Groupon hat höchstens den Stein ins Rollen gebracht …

    Viele Grüße

    – Betreiber der Dealübersicht Preisgenial.de mit über 30 Dealanbietern.

    Kommentar von Leon B. - 18. Januar 2012 um 17:40

  8. Ich denke auch das teilweise recht viele Kunden von Groupon verärgert sind, weil was bringt einem ein MassageDeal wenn das betreffende Studio über Monate hinweg ausgebucht ist und die ersten Termine erst nach 5-6 Monate vergeben werden können? Da ist ein solcher Deal mal eben zum Staubfänger mutiert. Gerade bei solchen Deal ist sicherlich noch verbesserungsbedarf vorhanden

    Kommentar von Oliver - 18. Januar 2012 um 17:40

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