Facebook: Von der Studentenspielerei zur 400 Millionen-Community

30. März 2010

Über 400 Millionen registrierte Mitglieder weltweit; ein Kopf-an-Kopfrennen mit Google was Besucherzahlen angeht – es ist eine Erfolgsgeschichte wie sie im Buche steht: Facebooks unaufhaltsamer Aufstieg von der Studenten-Spielerei zum Social Media-Marktführer. Vor sechs Jahren wurde Facebook initiiert – von ein paar Kommilitonen gegründet, um sich besser unter einander vernetzen zu können. Inzwischen ist Facebook der große Gewinner der Social Media. Und das lange vorausgesagte Mitgliedersterben ist noch lange nicht in Sicht.

Damals noch Student, gründete Marc Zuckerberg Facebook im Jahr 2004. Ein Hauch von krimineller Energie und eine geballte Ladung Originalität führten zu Idee und Namen. Zunächst fand Zuckerberg einen Weg sich in die Datenbank der Universität zu hacken und eine Seite namens „Facemash“ aufzubauen. Hier konnten die Studenten auf ihre Immatrikulations-Fotos zugreifen und zwischen zwei Profilfotos, das in ihren Augen schönere auswählen. Im nächsten Schritt kreierte Marc Zuckerberg dann Facebook – zunächst als soziales Netzwerk exklusiv für Harvard-Studenten. Ab 2006 konnte sich dann jeder registrieren – einzige Vorraussetzung: eine eigene E-Mail-Adresse.

Eine rasante Entwicklung hin zur riesigen Facebook-Community

Ein erster wichtiger Meilenstein nach einem stetigen Mitgliederzuwachs: im Mai 2008 lief Facebook dem bis dahin beliebtesten sozialen Netzwerk MySpace den Rang ab – mit einem Vorsprung von 9,3 Millionen Besuchern!

Im Februar 2010 hat Facebook dann mit seinen registrierten Mitgliedern die 400 Millionen-Marke geknackt! Seit 2009 – also binnen einen Jahres – konnte die Mitgliederzahl bei Facebook verdoppelt werden! Täglich rund 14 Minuten verbringt der Durchschnitts-Facebooker auf der Webseite.

Wer bei diesen Rekordzahlen nicht an Zauberei glauben mag, denkt sich: Was ist das Geheimrezept zu Facebooks unaufhaltsamen Aufstieg? Der durch den Community-Boom begünstigte Zeitpunkt kann es allein nicht sein. Ein entscheidendes Erfolgsrezept ist das Zulassen von fremden Applikationen, die eigens für die Plattform entwickelt werden. Darunter fällt auch die neueste Facebook-Premiere: Zwei saarländische Unternehmen eröffneten im März 2010 gemeinsam auf Facebook einen Online-Shop für E-Books – namens „Readboox“. Auch hier wusste Facebook von einem Trend zu profitieren – dem E-Book-Shop-Boom. Was als nächste Facebook-Sensation im April auf uns zu kommt: die Ausstrahlung einer Dokumentation auf Facebook eine Woche vor der eigentlich TV-Premiere. Am Sonntag, 11. April soll der Film „Earth Days“ in dem gleichnamigen Facebook-Auftritt gezeigt werden. Bis zum 29.03.2010 hatte die Seite bereits 12.730 Fans – und die warten schon gespannt auf die Veröffentlichung.

Das Phänomen „Facebook“ – gibt es ein Erfolgsrezept?

Einnahmen zieht der Social Media Gigant in erster Linie aus so genannten Facebook Ads und kostenpflichtigen Unternehmens-Profilen. Facebook bietet Werbetreibenden inzwischen zwar keine Werbebanner-Schaltung mehr an. Stattdessen bietet Facebook Unternehmen aber seit Herbst 2007 innovative Online-Marketing-Tools an. Das Ziel ist, auf den Facebook-User als potentiellen Kunden – als “Fan“ – zugehen und eingehen zu können. Zu diesem Zweck können Unternehmen:

  • virtuelle Geschenke promoten, die an Freunde verschenkt werden
  • Umfragen zu branchenrelevanten Themen durchführen – was nicht zu letzt der Datengenierung dient
  • eine kostenlose Fan-Seite einrichten.

Ein weiteres Erfolgsgeheimnis von Facebook: das Vertrauen der User in die Community! „Internetnutzer ziehen Informationen von Freunden, denen sie vertrauen, der Anonymität einer Suchmaschine vor“, wie Hitwise -Sprecher Matt Tatham weiß. Der Ritterschlag erfolgte für Facebook in der Woche bis zum 13. März 2010: Facebook erzielte in dieser Woche in den U.S.A mehr Besucher-Zahlen als Google, wie eine Analyse von Experian Hitwise bekannt gab.  Facebook löste den bis dato ungeschlagenen Riesen mit einem Marktanteil von 7,33 Prozent auf Platz eins ab. Auch wenn die Genauigkeit dieser Zahlen zum Teil angezweifelt wird – und selbst, wenn es nur ein vorübergehendes Einnehmen der “Pole-Position“ sein sollte: Es ist für Facebook mehr als nur ein bloßer Etappensieg im Rennen um die Gunst der Internetnutzer.

Was denken Sie: Wird diesem unvergleichlichen Aufstieg ein rasanter Absturz folgen? Oder dürfen wir unser Leben noch lange auf Facebook (mit)teilen?

Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare

bis dahin,

Lauren Dohnalek


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