Facebook lokalisiert nun auch Nutzer in Deutschland

07. Oktober 2010

Seit dem 5. Oktober 2010 ist es nun soweit: Facebooks vor rund einem Monat vorgestellter Lokalisierungsdienst „Places“ („Orte“) ist nun auch in Deutschland verfügbar. Bisher konnten nur Mitglieder aus den USA, Japan, Australien, Frankreich und Großbritannien den Dienst nutzen. Wer die Informationen zum Start in den USA verpasst hat, findet in dem folgenden Artikel noch einmal alles Wichtige zusammengefasst.

Facebooks mobile Website sowie die aktuelle iPhone-Applikation bieten ab sofort die Möglichkeit, Ortsangaben direkt aus dem Telefon auszulesen und in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Die Funktion steht allen Handys zur Verfügung, die W3 Geolocation unterstützen. Das Prozedere nennt sich dann „Check-in“ und ist die Grundlage dafür, um die neuen Geo-Funktionen des sozialen Netzwerks zu nutzen. So kann man zum Beispiel sehen, ob und welche Freunde gerade in der Nähe sind. Laut Facebook verpasst man so nie wieder „seine Freunde zu treffen, wenn man zufällig zur gleichen Zeit am gleichen Ort ist.“ Doch wie funktioniert das Ganze? Zuerst wählt man den Ort an dem man sich gerade befindet (z.B. ein Restaurant) aus einer Vorschlagsliste aus. Um hier eine möglichst vollständige Orts-Datenbank bieten zu können, arbeitet Facebook bereits mit Geo-Diensten wie Yelp, Foursquare, Gowalla und Booyah zusammen. Im Anschluss „checkt“ man an diesem Ort in Facebook ein. Jeder Ort besitzt dabei eine eigene Profilseite. Orte, die bereits eine Fanpage bei Facebook besitzen, können diese mithilfe einer Verifizierung mit der jeweiligen Ortsprofilseite verbinden. Einmal angemeldet, sieht man auch, ob Freunde den Ort bereits besucht haben.

Ist man bereits mit Freunden unterwegs, kann man diese gleich mit markieren und gemeinsam an dem Ort „einchecken“. Die Anmeldung erscheint dann jeweils im eigenen Newsfeed und auf dem der Freunde und kann zusätzlich mit einem Kommentar versehen werden. Will man wissen, wer sich noch alles in der Nähe befindet, nutzt man einfach die „Jetzt hier“-Übersicht. Facebook hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und diesmal auch an den Datenschutz gedacht. Aus der Debatte um Googles „Street View“ hat man gelernt und will erst gar nicht ein Big Brother-Image aufkommen lassen. So ist der „Check-in“ auch nur für Freunde sichtbar, erscheint aber momentan auch auf der Profilseite des jeweiligen Ortes. Letzteres kann allerdings über die Privatssphäre-Einstellungen deaktiviert werden. Weiterhin problematisch bleibt allerdings die Tatsache, dass Freunde einen selbst ohne eigenes zutun an einem Ort anmelden können, wenn sie an diesem selbst „eingecheckt“ haben.

Natürlich hat Facebook nicht nur an seine Nutzer gedacht, sondern will auch die Werbewirtschaft mit einbinden. Entwickler können seit einem Monat in ihren Applikationen die neue Geolocation-Funktion nutzen. Nico Lumma, Director Social Media der Kommunikationsagentur Scholz&Friends zeigte sich gegenüber der Welt Kompakt begeistert: „Das ist der Schritt, auf den alle gewartet haben.“ Für ihn gehört „Location Based Services“ die Zukunft. Dem lokalen Werbemarkt könnte das neuen Schwung verleihen. Denkbar sei zum Beispiel, dass Kunden Coupons für Check-Ins erhalten. Der Vorreiter ortsspezifischer Dienste „Foursquare“ hat bereits gezeigt wo die Reise hingehen könnte. So erhalten Nutzer, die sich fünfmal bei Starbucks über den Dienst anmelden, ein Freigetränk. Bisherige Geolocation-Dienste wie „Friendticker“ profitieren von dem Vorstoß Facebooks. Denn anders als vielleicht erwartet, arbeitet der neue Facebook-Dienst mit diesen zusammen. Da man gleichzeitig mit dem Checkin auch z.B. Restaurants und Hotels beurteilen kann, tritt Places zusätzlich auch in Konkurrenz zu Bewertungsportalen wie Qype und Yelp.

Zur Darstellung der Orte nutzt Facebook übrigens Bing Maps und nicht das eigentlich weiter verbreitete Google Maps. Ein weiterer Seitenhieb auf Google? Freunde werden die beiden Konzerne wohl nicht mehr werden.

Was halten Sie von der neuen Funktion? Denken Sie auch, dass „Location Based Services“ die Zukunft gehört?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Viele Grüße

André Nagel


Kommentare

  1. Puh dazu eine wirklich eigene Meinung zu haben ist schwierig, das Internet bietet viel Features, doch wer davon wirklich profitiert ist uns ja allen klar.

    Ich finde die Frage wo das alles hinführt viel interessanter, es werden so schon genug Daten über uns Preis gegeben egal ob Google, Bing, Facebook, Myspace und wie Sie nicht alle heißen und ob wir das später alles so wollen, nunja – ich bin mir da noch nicht so sicher.

    Kommentar von Jan H. - 7. Oktober 2010 um 6:54

  2. Puh dazu eine wirklich eigene Meinung zu haben ist schwierig, das Internet bietet viel Features, doch wer davon wirklich profitiert ist uns ja allen klar.

    Ich finde die Frage wo das alles hinführt viel interessanter, es werden so schon genug Daten über uns Preis gegeben egal ob Google, Bing, Facebook, Myspace und wie Sie nicht alle heißen und ob wir das später alles so wollen, nunja – ich bin mir da noch nicht so sicher.

    Kommentar von Jan H. - 7. Oktober 2010 um 6:54

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