Facebook bläst zum Angriff auf Googlemail

16. November 2010

Ein großes Manko der sozialen Netzwerke ist bisher, dass sich nur innerhalb der Netzwerke bzw. Gemeinschaft kommunizieren lässt, die Außenwelt bleibt dabei im Wesentlichen außen vor. Diesen Umstand möchte Facebook-Chef Mark Zuckerberg nun ändern und stellte gestern einen neuen Kommunikationsdienst für sein soziales Netzwerk vor.

Was bringt Facebooks neues Kommunikationssystem?

Facebook will mit seiner neuen Kommunikationsplattform E-Mail-, SMS- und Chat-Nachrichten seiner Nutzer bündeln. Dabei wird künftig die gesamte Korrespondenz der Mitglieder in der neuen „Social Inbox“ zusammenlaufen. Im Posteingang befinden sich dann alle Nachrichten von Freunden, in einem anderen Ordner werden SMS und E-Mails von „unbekannten“ Absendern gespeichert. Werden diese Nachrichten in den Freunde-Ordner verschoben, so landen künftige Nachrichten des Absenders fortan auch in diesem. Facebook wird also von Anfang auf die „sozialen Informationen“ seiner Nutzer zurückgreifen und die E-Mails nach Relevanz (Freunden) sortieren. Zusätzlich soll das neue Kommunikationssystem Echtzeit- und Gruppen-Konversation erlauben und auch das Weiterleiten von E-Mails unterstützen. Dem Dienst wird enormes Potenzial vorausgesagt. Immerhin nutzen bereits 350 Millionen Nutzer den internen Nachrichtendienst von Facebook; allein vier Milliarden persönliche Mails werden darüber jeden Tag verschickt. Auf Wunsch erhält nun jeder Nutzer eine E-Mail-Adresse, die sich aus dem Benutzernamen und der Endung „facebook.com“ zusammensetzt. Auch wenn die Plattform nicht vordergründig in Konkurrenz zu den bisherigen Maildiensten treten soll, so ist es doch der bereits erwartete Angriff auf die etablierten Anbieter am Markt. Allerdings wird Facebook wohl erst nach und nach den Branchenriesen wie Google oder Yahoo gefährlich werden. Immerhin fehlen den neuen Facebook-Nachrichten nicht nur eine Betreffzeile oder Eingabefelder für CC- oder BBC-Empfänger, sondern auch die Möglichkeit, Dateien an die E-Mails anzuhängen. Trotz allem werden die mittlerweile knapp 550 Millionen aktiven Nutzer sicherlich recht bald die Vorzüge eines implementierten E-Mail-Dienstes in Facebook zu schätzen wissen. Insbesondere da alle Funktionen des neuen Kommunikationssystems auch auf mobilen Endgeräten zur Verfügung stehen werden.

Die Reaktion von Google und Co?

Google, Yahoo und AOL haben bereits auf die Vorab-Spekulationen zu dem neuen Facebook-Dienst reagiert und ihre E-Mail-Angebote aktualisiert und erweitert. So können Googlemail-Nutzer in den USA bereits intern miteinander telefonieren. Yahoo und AOL versuchen dagegen ihre E-Mail-Dienste näher mit dem sozialen Netzwerk zu verknüpfen. So sollen bei Yahoo künftig Kurzmitteilungen verfasst und gleichzeitig auf Facebook veröffentlicht werden können. Google hatte zudem bereits im Vorfeld Konsequenzen aus der verschärften Konkurrenzsituation zu Facebook gezogen. So verweigert Google Facebook ab sofort die Kontaktdaten-Abfrage von Googlemail-Konten. Laut Google ist dies die Reaktion darauf, dass Facebook zwar gern Daten von Google verwendet, aber im Gegenzug seinen Nutzern nicht ermöglicht, bei Facebook angelegte Kontaktdaten zu Googlemail zu exportieren. Dieser bisher einseitigen Kooperation will Google damit einen Riegel vorschieben.

Das leidige Thema Datenschutz

Auf der gestern stattfindenden Pressekonferenz räumte Mark Zuckerberg ein, dass Facebook natürlich E-Mail-Adressen von Nutzern sammeln werde, die mit Mitgliedern des Netzwerks kommunizieren. Laut dem Facebook-Chef sei dies notwendig, damit das Produkt funktioniere. Welche genauen Datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen Facebook für den Dienst schaffen werde, ist noch nicht bekannt. Wie so häufig bei neuen Änderungen wird Facebook sein Kommunikationssystem vorerst nur in den USA und auf Einladung anbieten. Allerdings ist davon auszugehen, dass auch deutsche Nutzer bald den neuen Dienst nutzen können.

Weitere Informationen zum Thema Facebook finden Sie in folgenden Artikeln:

Was halten Sie von Facebooks neuem Kommunikationsdienst? Denken Sie, dass die Vorteile einer Bündelung aller Kommunikationskanäle gegenüber den vorhandenen Nachteilen (Fehlende Dateianhänge) überwiegen?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Viele Grüße

André Nagel


Kommentare

  1. Naja Facebook kann dadurch ne menge über ihre Nutzer erfahren und hat einen enormenvorteil wenn viele dieses Tool benutzen. Google hat es vorgemacht und jetzt ziehen andere nach ist ja nur logisch aber google wird noch mehr einfallen. Das die instant search funktio0n nur bei angemeldeten usern funktioniert ist denke ich auch ein locken weiter angemeldet zu bleiben damit google schön daten sammeln kann.

    Kommentar von 3d spiele - 16. November 2010 um 10:10

  2. Hallo @3d spiele,

    Mark Zuckerberg kam ja auch nicht umhin einzugestehen, dass das neue Kommunikationssystem nur gemeinsam mit dem Sammeln von Daten funktioniert. Google ist natürlich immer noch der Vorreiter in Sachen „Datensammelwut“. Die Instant Search Funktion steht zwar nur angemeldeten Nutzern zur Verfügung, allerdings lässt sich auch das Speichern von Surf-Daten im Googlemail-Konto deaktivieren.

    Viele Grüße,

    André Nagel

    Kommentar von Unternehmenskommunikation - 16. November 2010 um 10:10

  3. mal schauen wie das wird. momentan gibt es ja nur einladungen von facebook. denke die müssen das system mal richtig austesten.

    Kommentar von onesocia - 16. November 2010 um 10:10

  4. Naja Facebook kann dadurch ne menge über ihre Nutzer erfahren und hat einen enormenvorteil wenn viele dieses Tool benutzen. Google hat es vorgemacht und jetzt ziehen andere nach ist ja nur logisch aber google wird noch mehr einfallen. Das die instant search funktio0n nur bei angemeldeten usern funktioniert ist denke ich auch ein locken weiter angemeldet zu bleiben damit google schön daten sammeln kann.

    Kommentar von 3d spiele - 16. November 2010 um 10:10

  5. Hallo @3d spiele,

    Mark Zuckerberg kam ja auch nicht umhin einzugestehen, dass das neue Kommunikationssystem nur gemeinsam mit dem Sammeln von Daten funktioniert. Google ist natürlich immer noch der Vorreiter in Sachen „Datensammelwut“. Die Instant Search Funktion steht zwar nur angemeldeten Nutzern zur Verfügung, allerdings lässt sich auch das Speichern von Surf-Daten im Googlemail-Konto deaktivieren.

    Viele Grüße,

    André Nagel

    Kommentar von Unternehmenskommunikation - 16. November 2010 um 10:10

  6. mal schauen wie das wird. momentan gibt es ja nur einladungen von facebook. denke die müssen das system mal richtig austesten.

    Kommentar von onesocia - 16. November 2010 um 10:10

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