Die 11 schönsten Fehler in der Medienarbeit

14. September 2009

Im Rahmen des 6. Kommunikationskongresses in Berlin hat Christian Arns den Workshop: „Top 10 Workshop – Die schönsten Fehler in der Medienarbeit“ angeboten. Arns ist Akademieleiter der deutschen Presseakademie.

Die Ergebnisse im Workshop wurden von allen Teilnehmern gemeinsam entwickelt. Das ganze in rasantem Tempo und mit viel Gelächter. Die 11 schönsten Fehler in der Medienarbeit möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Auch wenn Sie selbst vielleicht keine Pressearbeit machen (müssen). Der ein oder andere Tipp lässt sich auch auf den Arbeitsalltag übertragen. Definitiv gilt dies für den, mit Abstand als schlimmsten Fehler in der Medienarbeit gewählten, Punkt eins:

Die 11 schönsten Fehler in der Medienarbeit:

  1. Ein offenes Word-Dokument im Korrekturmodus verschicken.
  2. Ein offener E-Mail-Verteiler. Der Empfänger sieht, wer außer ihm diese „exklusive“ Nachricht noch erhalten hat. Anhand des Verteilers kann er gegebenenfalls auch seine Wertschätzung ablesen. Zusätzlich ist er sicherlich dankbar dafür, wenn Sie seine E-Mail-Adresse publik machen.
  3. Inhaltsleere Zitate in Pressetexten.
  4. Pressemitteilungen mit hoher oder sogar höchster Priorität versenden. Der Empfänger sollte selbst entscheiden, wie wichtig Ihre Meldung ist.
  5. Telefonisches Nachfassen: „Ich habe Ihnen letzte Woche eine Pressemitteilung geschickt – haben Sie die erhalten?“
  6. Mit einem veralteten Verteiler arbeiten.
  7. Senden der Regieanweisung. Dies betrifft vor allem große Konzerne, die Musterpressemitteilungen an ihre Pressestellen herausgeben. Der regionale Pressesprecher sollte Max Mustermann dann durch den korrekten Namen ersetzen.
  8. Link in der E-Mail zu einer Website, auf der der Journalist sich anmelden muss, um die Pressemitteilung zu lesen.
  9. Eine allzu ausführliche Betreffzeile. Solche E-Mails landen auch gerne im SPAM-Ordner. Gleiches gilt für Betreffzeilen mit ausschließlich Großbuchstaben. Von den Journalisten vor Ort haben wir erfahren, dass sie besonders Betreffzeilen nach diesem Muster lieben: PM 237 13_09_2009, wie sie bevorzugt von Ministerien verschickt werden.
  10. Pressemitteilungen ohne Nachrichtenwert.
  11. Eine Pressemitteilung verschicken und anschließend ist der genannte Ansprechpartner nicht erreichbar (Feierabend, Wochenende, Urlaub).

Insgesamt haben wir noch weitere klassische Fehler erarbeitet, die ich Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte:

  1. Zu viel Produktwerbung in der Pressemitteilung.
  2. Zu große Attachments (Anhänge) bzw. überhaupt Attachments versenden.
  3. Branchenslang. Verwenden Sie eine Sprache, die auch Branchenfremde verstehen.
  4. Nur ein Verteiler statt Fachverteiler.
  5. Das Wichtigste am Schluss.
  6. Denglisch
  7. Links in eine E-Mail einfügen, die nicht funktionieren bzw. ins Leere führen.
  8. Die eigene Sperrfrist unterbieten
  9. Abkürzungen verwenden.
  10. Wort-Bild-Marken verwenden, und sich dann ärgern, wenn Journalisten das ignorieren.
  11. Die Hauptaussage in einem Nebensatz verstecken.

Für diejenigen, die weitere Fehler in der Medienarbeit vermeiden möchten, bietet die deutsche Presseakademie zahlreiche Seminare an.

Viel Erfolg bei der erfolgreichen Medienarbeit wünscht

Melanie Schyja.


Kommentare

  1. Die weiteren klassischen Fehler haben selbst das Zeug zum Klassiker: In Punkt 6 Denglisch nennen, und in Punkt 2 Attachments falsch schreiben, obwohl man auch einfach „Anhänge“ sagen könnte. 😀

    Was Punkt 1 der schönsten Fehler angeht – es ist generell nicht schlau, Word-Dokumente zu versenden, auch wenn man den Korrekturmodus ausschaltet. Den kann der Empfänger nämlich einfach wieder einschalten. So findet man dann z.B. in Angeboten die Evolution der Preise wieder (erst EUR 2.000, dann 3.000, dann 7.000 :D). Mein Lieblingsfund war ein Anschreiben eines Lieferanten an die Inhaberin, das in der Ursprungsversion mit „Sehr geehte BLÖDE KUH“ begann.

    Also: Ein PDF erstellen kostet drei Mausklicks mehr, erspart aber so manche Peinlichkeit.

    Viele Grüße,

    Thorsten

    Kommentar von Thorsten Hamann - 14. September 2009 um 11:03

  2. Hallo Thorsten,

    bei den Attachments hat sich tatsächlich ein Fehler eingeschlichen, der inzwischen korrigiert ist. Natürlich kann man auch Anhänge sagen.
    Ich gebe Dir vollkommen Recht, dass man deutsche Worte (d)englischen vorziehen sollte. Du hast mich also auf frischer Tat ertappt 😉

    Viele Grüße,
    Melanie

    Kommentar von Unternehmenskommunikation - 14. September 2009 um 11:03

  3. Hallo Herr Wingerter,

    die anwesenden Journalisten beim Kommunikationskongress haben durchweg gesagt, dass sie sich von „Nachfass-Aktionen“ gestört fühlen. Besonders Andreas Theisen von der Financial Times Deutschland hat überaus deutlich kenntlich gemacht, dass er keine Zeit für solche Anrufe hat. Begründet wurde dies u.a. mit Redaktionszusammenlegungen und Personalstreichungen. Theisen geht soweit, dass er E-Mails mit Word-Dokumenten ungelesen löscht.
    Er freut sich über eine Geschichte direkt im E-Mailfeld mit den zugehörigen Kontaktdaten.

    Viele Grüße
    Melanie Schyja

    Kommentar von Unternehmenskommunikation - 14. September 2009 um 11:03

  4. Mein persönlicher Favorit ist der Link zur Anmeldung. Man kann es mit der Pseudo-Exklusivität auch übertreiben.

    Kommentar von Geraldine Göllner - 14. September 2009 um 11:03

  5. Die weiteren klassischen Fehler haben selbst das Zeug zum Klassiker: In Punkt 6 Denglisch nennen, und in Punkt 2 Attachments falsch schreiben, obwohl man auch einfach „Anhänge“ sagen könnte. 😀

    Was Punkt 1 der schönsten Fehler angeht – es ist generell nicht schlau, Word-Dokumente zu versenden, auch wenn man den Korrekturmodus ausschaltet. Den kann der Empfänger nämlich einfach wieder einschalten. So findet man dann z.B. in Angeboten die Evolution der Preise wieder (erst EUR 2.000, dann 3.000, dann 7.000 :D). Mein Lieblingsfund war ein Anschreiben eines Lieferanten an die Inhaberin, das in der Ursprungsversion mit „Sehr geehte BLÖDE KUH“ begann.

    Also: Ein PDF erstellen kostet drei Mausklicks mehr, erspart aber so manche Peinlichkeit.

    Viele Grüße,

    Thorsten

    Kommentar von Thorsten Hamann - 14. September 2009 um 11:03

  6. Hallo Thorsten,

    bei den Attachments hat sich tatsächlich ein Fehler eingeschlichen, der inzwischen korrigiert ist. Natürlich kann man auch Anhänge sagen.
    Ich gebe Dir vollkommen Recht, dass man deutsche Worte (d)englischen vorziehen sollte. Du hast mich also auf frischer Tat ertappt 😉

    Viele Grüße,
    Melanie

    Kommentar von Unternehmenskommunikation - 14. September 2009 um 11:03

  7. Hallo Herr Wingerter,

    die anwesenden Journalisten beim Kommunikationskongress haben durchweg gesagt, dass sie sich von „Nachfass-Aktionen“ gestört fühlen. Besonders Andreas Theisen von der Financial Times Deutschland hat überaus deutlich kenntlich gemacht, dass er keine Zeit für solche Anrufe hat. Begründet wurde dies u.a. mit Redaktionszusammenlegungen und Personalstreichungen. Theisen geht soweit, dass er E-Mails mit Word-Dokumenten ungelesen löscht.
    Er freut sich über eine Geschichte direkt im E-Mailfeld mit den zugehörigen Kontaktdaten.

    Viele Grüße
    Melanie Schyja

    Kommentar von Unternehmenskommunikation - 14. September 2009 um 11:03

  8. Mein persönlicher Favorit ist der Link zur Anmeldung. Man kann es mit der Pseudo-Exklusivität auch übertreiben.

    Kommentar von Geraldine Göllner - 14. September 2009 um 11:03

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