Das Web wird silber

08. September 2009

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck wird dieser Tage mit ihrem VZ-Angebot für Schüler, Jugendliche und junge Erwachsene häufig in einem Atemzug mit Facebook genannt. Doch Platinnetz kennen die wenigsten. Nach eigenen Angaben ist Platinnetz das Portal für Junggebliebene. Es ist kostenlos und spricht die Zielgruppe der über 40-jährigen 50-jährigen an.

Seniorentreff.de wurde bereits 1998 gegründet und war eines der ersten Portale dieser Art. istrategy hat kürzlich herausgefunden, dass jeder zehnte US-Nutzer von Facebook älter als 50 Jahre ist. Anfang 2009 waren es gerade mal zwei Prozent.

Die Auswertung der Online-Studien von ARD und ZDF haben ergeben, dass 13 Millionen der 43 Millionnen Internetnutzer Silver Surfer sind. Als Silver Surfer bezeichnet man in Anspielung auf die Haarfarbe User über 50 Jahren. Doch die Silver Surfer fangen gerade erst an das Web zu erobern. Daher geht es bei der Website-Gestaltung vermehrt darum, Inhalte für die Silver Surfer gerecht aufzubereiten. Das heißt, vor allem auf die Usability (Nutzerfreundlichkeit) muss noch verstärkter geachtet werden. Gerade in Hinblick auf die Größe der Inhalte, Eindeutigkeit (Rückmeldung nach Aktionen) und Übersichtlichkeit. Die Sprache ist ebenfalls wichtig. Gerade für Silver Surfer sollten die Grundlagen des Online-Textens beachtet werden. Auch die Wortwahl will wohl durchdacht sein. Anglizismen sollten (auch der deutschen Sprache zuliebe) tunlichst vermieden werden.

Natürlich gibt es schon speziell auf Senioren ausgerichtete Portale hinsichtlich der Themengebiete, Usability und Sprache. Doch die Silver Surfer wagen sich langsam im Web vor und lassen sich nicht auf vereinzelte Plattformen beschränken. Daher empfiehlt es sich jedem Websitebetreiber seinen Internetauftritt auch auf die Bedürfnisse der Silver Surfer hin zu optimieren.

Nicht umsonst werden die über 50-jährigen in der Marketingsprache als Best-Ager bezeichnet. Sie verfügen über eine hohe Kaufkraft und sind gewillt auch im Netz zu shoppen. An den Umsätzen im Online-Shopping sind sie überproportional beteiligt. Dies erklären sich Fachleute vorallem durch langjährige Erfahrungen im Versandhandel. Gerade ältere Internetnutzer kann man mit Videoinhalten ansprechen, um Produkte und Dienstleistungen vorzustellen.

Vermehrtes Interesse widmen Silver Surfer auch den Themengebieten Gesundheit, Lebensführung und Reisen. Doch auch das soziale Netzwerken spielt eine wichtige Rolle. Witwer und Geschiedene sind häufig auf der Suche nach neuen Kontakten, was sich mit steigendem Alter im realen Leben zunehmend schwierig gestaltet. Das Web bietet diesen Menschen neue Optionen. Hier liegt ein grundlegender Unterschied im Nutzerverhalten zwischen jung und alt. Junge Leute kennen sich in der Regel aus der realen Welt und vernetzen sich später virtuell. Bei den Silver Surfern hingegen folgt eher ein realer Kontakt auf eine virtuelle Bekanntschaft. Liebe nicht ausgeschlossen. Für Senioren, die den korrekten Umgang mt dem Web erlernen wollen, bieten VHS und ASG diverse Weiterbildungskurse an. Vom Umgang mit dem PC über Daten-Sicherheit können sich potentielle Silver Surfer ins World Wide Web einweisen lassen.

Sind Sie auch als Silver Surfer unterwegs? Oder sind Sie noch jung und können mit speziellen Website-Angeboten für die neue Zielgruppe nichts anfangen? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung. Ich persönlich habe mich schon bei Platinnetz umgeschaut und finde Inhalte und Aufbereitung auch als Nicht-Silver Surfer durchaus ansprechend.

Bis bald,

Melanie Schyja


Kommentare

  1. Hallo Herr Lucius,

    vielen Dank für diesen sehr aufschlussreichen Kommentar! Ich bin völlig einer Meinung mit Ihnen. Ein 20-jähriger hat ganz sicher andere Bedürfnisse und Ansprüche als ein Silver Surfer. Die Silver Surfer hingegen stellen an Technik und Usability zumeist ähnliche Ansprüche wie „junge“ Leute. Eine gelungene Plattform kann sicherlich nur dann gelingen, wenn „alt“ und „jung“ Hand in Hand arbeiten. Und genau das ist sicherlich ein Aspekt, der sich nicht nur auf Internetportale bezieht, sondern pauschal gelten sollte.

    Mit den besten Grüßen
    Melanie Schyja

    Kommentar von Unternehmenskommunikation - 8. September 2009 um 7:00

  2. Hallo Herr Lucius,

    vielen Dank für diesen sehr aufschlussreichen Kommentar! Ich bin völlig einer Meinung mit Ihnen. Ein 20-jähriger hat ganz sicher andere Bedürfnisse und Ansprüche als ein Silver Surfer. Die Silver Surfer hingegen stellen an Technik und Usability zumeist ähnliche Ansprüche wie „junge“ Leute. Eine gelungene Plattform kann sicherlich nur dann gelingen, wenn „alt“ und „jung“ Hand in Hand arbeiten. Und genau das ist sicherlich ein Aspekt, der sich nicht nur auf Internetportale bezieht, sondern pauschal gelten sollte.

    Mit den besten Grüßen
    Melanie Schyja

    Kommentar von Unternehmenskommunikation - 8. September 2009 um 7:00

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