Das vierte Medium:

28. April 2010

Online-Publikationen sind auf dem besten Wege auch von Verfechtern der klassischen Medien akzeptiert zu werden. Bahnbrechender Meilenstein: Das US-Online-Portal ProPublica wurde jüngst in der Kategorie „Investigativer Journalismus“ mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Zum ersten Mal ging die höchste journalistische Auszeichnung in den USA an ein Online-Medium. Die Preisträgerin Sheri Fink ist Journalistin und Mitglied der gemeinnützigen Organisation ProPublica. Entgegen der Tradition des Pulitzer Preises handelt es sich bei der gleichnamigen Website weder um ein klassisches Medium noch um ein gängiges Nachrichtenformat. ProPublica ist ein Portal, das aufklärerischen Journalismus betreibt. Die Texte werden nach Veröffentlichung, per Creative-Commons-Lizenz, kostenfrei zur Verwendung freigegeben.

Den Preis erhielt Sheri Fink für die Dokumentation der Arbeit in einem Krankenhaus von New Orleans nach dem Hurrikan Katrina. Die Veröffentlichung auf ProPublica erfolgte in Zusammenarbeit mit The New York Times Magazine. Die Autoren von ProPublica haben mit dem Ehepaar Marion und Herbert Sandler finanzstarke Unterstützer hinter sich. Die Immobilienmilliardäre Sandler gründeten 2007 die gemeinnützige Nachrichtenorganisation.

Ein weiteres Web-Format, das kürzlich in Deutschland ausgezeichnet wurde, ist „Netz gegen Nazis“. ARD und Freudenberg-Stiftung zeichneten die Website mit dem „Civis Online Preis 2010“ aus. Die CIVIS Medienstiftung für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa dotierte den Preis mit 5.000 Euro.  Preisträgerin ist die verantwortliche Journalistin bei netz-gegen-nazis.de, Simone Rafael. Zum ersten Mal wurde das Web beim Civis Medienpreis bedacht, zusätzlich zu den etablierten Kategorien Radio und Fernsehen.

Die Macher von „Netz gegen Nazis“ haben die Website zusätzlich an soziale Netzwerke angebunden: Netz gegen Nazis präsentiert sich auf schuelerVZ, MeinVZ, Twitter und Facebook.

Wollen wir hoffen, dass solche Vorbildprojekte auch in Zukunft weiterhin finanziert werden.

Bis bald,

Lauren Dohnalek


Kommentare

  1. eine gute entwicklung. das web kann auch von den klassischen medien nicht länger ignoriert werden, dafür ist es inzwischen ein viel zu mächtiges medium geworden. gerade initiativen wie „netz gegen nazis“ sind bewundernswert und haben eine größere reichweite als klassiche medien, deshalb ist wird es zeit, dass auch klassische Preise an solche initiativen verliehen werden. weiter so!

    Kommentar von Kristoph - 28. April 2010 um 12:30

  2. eine gute entwicklung. das web kann auch von den klassischen medien nicht länger ignoriert werden, dafür ist es inzwischen ein viel zu mächtiges medium geworden. gerade initiativen wie „netz gegen nazis“ sind bewundernswert und haben eine größere reichweite als klassiche medien, deshalb ist wird es zeit, dass auch klassische Preise an solche initiativen verliehen werden. weiter so!

    Kommentar von Kristoph - 28. April 2010 um 12:30

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