3D TV

22. Oktober 2010

Die 3D Videotechnik ist momentan in aller Munde. Kaum ein neuer Kinofilm der ohne die Unterstützung der dritten Dimension auskommt. Wegweisend setzte James Camerons SciFi-Spektakel „Avatar“ die neue Technik ein und zog damit die Mehrzahl der Kinobesucher in seinen Bann. Mittlerweile ist der Trend zur 3D Technik auch in den Wohnzimmern angekommen. Die großen Hersteller bringen immer mehr 3D-fähige Geräte auf den Markt, angefangen bei 40 Zoll bis hin zu aberwitzigen 60 Zoll Bildschirmdiagonale.

Die Preise reichen dabei von 1400 bis 5000 Euro. Damit ist auch mit kleineren Budgets der Einstieg in die 3D-Technik möglich. Welche Technik wird dabei eingesetzt und gibt es überhaupt genügend 3D-Inhalte?

Die 3D-Techniken im Überblick

Im Wesentlichen kommen momentan zwei verschiedene Verfahren zur Anwendung. Bei beiden wird zwingend eine 3D-Brille benötigt, um den Effekt erleben zu können. Zurzeit konkurrieren auf dem Markt die Shutterbrille und Polarisationsbrille miteinander. Bei der Shutter-Technik bleibt die volle HD-Auflösung von 1920×1080 Pixeln erhalten. Allerdings halbiert sich hierbei die Bildwiederholrate, da jeweils die Hälfte der Bilder zum linken und die andere Hälfte zum rechten Auge gesendet werden. Damit man flimmerfreie Bilder genießen kann, muss der Fernseher hier mindestens eine Bildwiederholrate von 200 Hertz besitzen. Ansonsten lassen sich die 3D-Aufnahmen nicht wirklich genießen, da die Augen wegen Überanstrengungen meist nach kurzer Zeit aufgeben. Bei der Verwendung einer auf Polarisation basierenden Technik spielt die Bildwiederholrate einer eher untergeordnete Rolle. Im Unterschied zur Shutter-Technik steht hier nicht mehr die volle HD-Auflösung zur Verfügung, da die Bildauflösung in der vertikalen halbiert wird. Nach dem sogenannten Interlaced-Verfahren werden die geraden und ungeraden Zeilen eines Bildes entgegengesetzt polarisiert. Nachteil ist hier vor allem der Verlust von Bildauflösung.

Ohne 3D-Brille geht es zumindest bis jetzt noch nicht. 3D-Fernseher und hochauflösende OLED-TV-Displays mit brillenfreier Technik stecken noch in der Entwicklung und werden wohl nicht vor dem Jahr 2015 marktreif sein. Wo der Weg hingehen könnte, zeigt Nintendo aber bereits mit seiner neuen portablen Spielekonsole „3DS“. Diese zaubert in erstaunlich guter Qualität stereoskopisches 3D auf den Bildschirm, ganz ohne Brille. Das größte Problem der brillenfreien Technik ist allerdings die Blickwinkelabhängigkeit. Denn die Technik basiert zumeist auf Prismen. Diese lenken die Lichtstrahlen so, dass die Augen zwei zeitgleich auf einem Fernseher laufende Bildstränge separat wahrnehmen. Damit der Effekt funktioniert, muss der Betrachter in einem bestimmten Winkel und Entfernung zum Fernsehgerät sitzen. Bewegt man sich oder hält sich außerhalb des Bereichs auf, erscheint einem das Bild so, als würde man vergessen haben, seine 3D-Brille aufzusetzen.

Gibt es bereits genügend 3D-Inhalte?

Was nützt einem die Ausrüstung mit der neuen Technik, wenn es keine ausreichend in 3D verfügbaren Inhalte gibt. Die klassischen Fernsehsender strahlen noch so gut wie kein 3D-Material aus. Immerhin ist die Umrüstung auf die neue Aufnahmetechnik kostspielig und die meisten Sender sind gerade noch dabei, den Umstieg auf den HD-Standard finanziell zu verkraften. Trotz allem lassen sich bereits diverse Demokanäle über Satellit empfangen. Einige Sender wie Eurosport 3D bieten allerdings ihre Übertragungen nur in Fachgeschäften an. Geräte-Hersteller wie Samsung reagieren auf das magere 3D-Angebot mit Fernsehgeräten, die 2D-Sendungen in 3D umrechnen können. Das Ergebnis überzeugt allerdings nicht vollends und flimmert zumeist. Momentan ist die neue Technik vor allem etwas für Cineasten. Für die sind inzwischen zahlreiche 3D-Produktion auf Blu-Ray erschienen. Die notwendigen Abspielgeräte für die 3D-Scheiben gibt es dabei bereits ab circa 199 Euro. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass der Blu-Ray-Player den HDMI Standard 1.4 unterstützt. Für passionierte Videospieler hat Sony vor kurzem seiner Playstation 3 ein 3D-Update spendiert. Damit lassen sich nicht nur Filme, sondern auch Spiele in der dritten Dimension erleben. Wie eindrucksvoll das aussehen kann, konnten Interessierte bereits auf der Gamescom bewundern.

Fazit

Die Filmindustrie und die Hersteller setzen voll und ganz auf die neue 3D-Technik, das beweist bereits die schiere Anzahl an neuen 3D-Filmproduktionen und –Fernsehern. Erst Anfang des Jahres ausgerufen, wird der Markt mittlerweile intensiv bedient. Wer erst vor kurzem auf HD-Technik umgestiegen ist, sollte allerdings die Anschaffung neuer Fernseh- und Abspieltechnik überdenken. Immerhin handelt es sich noch um Geräte der ersten Generation, deren Technik noch lange nicht ausgereift ist. Auch für Menschen die sich nicht mit der bisher verfügbaren Brillentechnik anfreunden können, gibt es wohl erst in einigen Jahren Alternativen.

Was halten Sie von dem neuen 3D-Boom in den Kinos und Wohnzimmern? Überzeugt Sie die Technik bereits oder werden Sie noch abwarten wie sich der Markt entwickelt?

Viele Grüße

André Nagel


Kommentare

  1. Also ich finde so langsam darf man definitiv damit anfangen, sich 3D-Fernseher zu kaufen. Bis letztes Jahr hielt ich es noch für Unfug, aber mittlerweile geht es in Ordnung, nachdem es so viele Filme mittlerweile in 3D zieht.

    Die Fernsehsender müssen aber erst noch nachziehen…

    Kommentar von Nikolas - 22. Oktober 2010 um 9:36

  2. Also ich finde so langsam darf man definitiv damit anfangen, sich 3D-Fernseher zu kaufen. Bis letztes Jahr hielt ich es noch für Unfug, aber mittlerweile geht es in Ordnung, nachdem es so viele Filme mittlerweile in 3D zieht.

    Die Fernsehsender müssen aber erst noch nachziehen…

    Kommentar von Nikolas - 22. Oktober 2010 um 9:36

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