Microsoft Surface: Ballmers Tablet-Avantgarde

Das neue Microsoft Tablet wirbelt die Marktteilnehmer auf

James M Phelps, Jr / Shutterstock.com: Microsoft Zentrale

Dieses Tablet-Début des Softwaremagnaten Microsoft könnte Apple-Chef Tim Cook die Schweißperlen auf die Stirn treiben: Gestern lüftete Steven Ballmer in Los Angeles die Schleier über Microsofts erstem Tablet Computer, Produktname „Surface“. Damit stellt Microsoft seinen stahlkappenverstärkten Schuh in die Tür des boomenden Tablet-Markts, das unmissverständliche Signal dürfte vielen Marktteilnehmern und inbesondere Apple arg missfallen.

Das filigrane Device mit der schmeichelhaft schlanken Silhouette wiegt in der Einsteigervariante 676 Gramm. Es ist 9,3 Millimeter schmal, läuft mit dem Tablet-Betriebssystem Windows 8 RT und hat 32 beziehungsweise 64 Gigabyte Speicher, einen USB-2.0-Stecker und einen Micro-SD-Kartenleser. Die zweite und ungleich größere Version watet mit 903 Gramm Gesamtgewicht auf, verwendet einen Intel Core I5-Prozessor mit Ivy-Bridge sowie das Betriebssystem Windows 8 Pro. Folgerichtig ist es ein bisschen dicker: 13,5 Millimenter. Es verfügt entweder über 64 oder 128 Gigabyte umfassenden Flashspeicher, FullHD-Display, einen microSDXC- sowie einen USB-3.0 Eingang.

Das neue Microsoft Tablet ist dem iPad der Größe nach sehr ähnlich, allerdings ist der 16:9-Screen um Nuancen breiter. Praktische Besonderheiten: Der integrierte Ständer sowie der abnehmbare Bildschirmschutz, der über eine Tastatur samt Touchpad verfügt. Aber auch diese avantgardistische Tastatur des Microsoft-Gesellenstücks kommt in zwei Versionen. Fünf und drei Millimeter dick, wobei die hauchdünne Dreimillimeterversion lediglich über ein „Sensorenrelief“ in Tastaturform verfügt.

Kampf an zwei Fronten: Microsofts Business Tablet

Mit dem Tablet aus hauseigener Schmiede könnte Microsoft etliche Marktteilnehmer brüskieren. Pikant ist vor allem, dass Microsoft das symbiotische Beziehungsparadigma zwischen arbeitsteiliger Software- und Hardwareherstellung auflöst und effektiv in einen direkten Wettbewerb mit seinen bisher größten Kunden eintritt, nämlich den marktbeherrschenden Hardwareproduzenten. Immerhin haben einige von ihnen eigene Windows 8 Tablets bereits angekündigt. Ballmer bemühte sich aber offenbar bei einer Pressekonferenz am Montag darum, die Wogen zu glätten und lobte überschwänglich die Erfolge der langjährigen Hardwarepartner Acer, Dell, Hewlett-Packard, Lenovo oder Toshiba. Tatsächlich ist das neue Tablet in Wahrheit nämlich auch eine asiatische Fremdfertigung, der Herstellername wurde bisher aber nicht genannt. Hemmschuh der übrigen Hardwarehersteller im Wettbewerb mit Microsofts eigenem Windows 8 Tablet dürfte künftig die Lizenzgebühr werden, die sie bei ihren Tablets an Microsoft zu entrichten haben werden.

Das neue Microsoft Tablet dürfte hingegen weniger dazu gedacht sein, einen knallharten Wettbewerb mit dem iPad auszurufen, trotz Ähnlichkeiten der Produkte: Microsoft besinnt sich augenscheinlich vielmehr auf seine traditionelle Stärke und widmet sich den Businesskunden. Durch die praktische Tastatur dürfte das Microsoft Tablet hier seine wahren Vorzüge entfalten, denn iPads sind ja nunmal weniger zum ausdauernden Arbeiten geeignet. Auch in der Preiskategorie schätzen Marktbeobachter eher, dass es sich um einen Wettbewerb mit Ultrabooks handeln dürfte.

Die kleinere Version wird ab Herbst angeboten werden, die größere Pro-Version erst mit dreimonatiger Verzögerung. Die handverlesenen Journalisten, die zur Vorstellung geladen waren, hatten nur wenige Sekunden Zeit, das Gerät auszuprobieren. Richtige Testberichte gibt es deshalb nicht. Offen blieben auch einige spannende Fragen, wie zum Beispiel die, auf welche Weise das Gerät Internetzugang haben wird: Nur per WLAN oder auch via Mobilfunk?

Was denkt Ihr über Microsofts revolutionären Schritt in den Tablet-Markt? Wie werden zum Beispiel die alten Hardwarepartner auf diesen Affront reagieren?

Quellen

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Achim Schütz

Achim Schütz verantwortet im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit die Unternehmenskommunikation von Euroweb.

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Pressesprecher

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a.schuetz@euroweb.de

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01 Kommentare

Sebastian Müller

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06.07.2012 - 12:18

Ich bin selbst Microsoft Fan, aber iPad Benutzer. Ich freue mich aber schon auf die Surface Produkte. Das könnte den Obstsalat ;-) bei mir doch erheblich dezimieren. Schade, dass die Windows 8 Professional Variante erst drei Monate nach der Windows 8 RT Variante kommt. Das Professional Gerät, welches dann tatsächlich alle bisherigen Windows (7) Anwendungen ausführen kann würde ich nämlich sofort kaufen. Windows 8/Metro als Oberfläche nutze ich aber auch jetzt schon sporadisch auf einem Rechner mit Touchinterface. Geht super, selbst die Bedienung mit Maus und Tastatur ist intuitiv und effektiv.

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