Facebooks Börsengang-Was, wann, wie viel?

Ein Überblick zum Börsenstart

Wallstreet in USA

Innerhalb von nur acht Jahren hat es ein Studentenprojekt zum milliardenschweren Unternehmen gebracht. Die Rede ist vom größten sozialen Online-Netzwerk weltweit: Facebook. Dieses plant im Frühjahr an die Börse zu gehen. Die entsprechenden Unterlagen wurden bereits Anfang Februar bei der Wertpapieraufsicht eingereicht. Facebook hat am 7. Mai mit der Roadshow bei institutionellen Investoren und Großanlegern begonnen. Voraussichtlich soll am 17. Mai der endgültige Bezugspreis der Aktien festgelegt werden. Die Erstnotiz wird laut dem Wall Street Journal für den 18. Mai erwartet. Diese Terminplanungen könnten sich aber auch noch ändern.

Die Aussichten für den Börsenstart sind den meisten Analysten nach fulminant. Facebook bietet 337,4 Millionen Aktien an. Und rechnet mit Einnahmen von bis zu 13,6 Milliarden Dollar. Wenn es Facebook gelingt, die Papiere zum Maximalpreis von je 35 Dollar loszuschlagen, wäre das gesamte Unternehmen 96 Milliarden Dollar wert. Bei dem Börsengang wird wie üblich nur ein Bruchteil der vorhandenen Aktien verkauft; die meisten verbleiben bei den Alteigentümern wie Mark Zuckerberg. Er herrscht damit auch weiterhin fast uneingeschränkt in dem mittlerweile gut 900 Millionen Mitglieder starken Netzwerk.

Was erhofft man sich bei Facebook von dem Börsegang?

Nun, zunächst möchte Facebook, wie jedes andere wachstumsstarke Unternehmen, neues Kapital generieren, um neu investieren zu können. Diese Investitionen könnten so aussehen, dass Facebook kleinere Firmen aufkauft. Das würde u.a. strategische Vorteile bieten, technologischen Fortschritt erleichtern und neue Märkte könnten erschlossen werden. Denn die größten Mitbewerber von Facebook sind Google, Microsoft und Apple und diese bereits börsennotierten Unternehmen rüsten ebenfalls fortwährend auf.
Doch so ein Börsengang bringt auch gewisse Nachteile mit sich. Börsennotiert zu sein heißt, Umstrukturierung und Anpassung an neue strenge Richtlinien sowie Ablegen von Rechenschaft gegenüber der Öffentlichkeit. Alles folgt nach so einem Börsengang der neuen Doktrin des „Shareholder Value“.

Gewinne möchte Facebook über Anzeigen erwirtschaften, was auch schon bisher erfolgreich war bei der riesigen Anzahl von Mitgliedern. Mittlerweile entfallen mehr als 25 Prozent aller Display-Anzeigen im Web auf Facebook. Das macht das Netzwerk zwar zum Marktführer, dennoch rechnet man sich hier noch weiteres Wachstumspotenzial aus. Des Weiteren eröffnen sich dem Netzwerk weitere Märkte im Bereich Musik, Film, Foto, Gaming, Mobile.

Vertragen sich Datenschutz und Börsenkurs?

Einfluss auf die Umsatz- und Gewinnsituation könnten künftig verschiedene Datenschutznovellen haben, auch und insbesondere in der EU. Allerdings werden die guten Prognosen zunächst vom immensen Traffic getragen. Also den Besuchs- und Verweildauergewohnheiten im Facebook-Netzwerk. Bisher sieht es gut aus für Facebook, die jüngst veröffentlichten Facebook-Zahlen zum ersten Quartal zeigten, dass die Nutzerzahl weiter ansteigt. Allerdings wachsen die Umsätze nicht mehr so schnell wie früher. Wir können also gespannt sein, wie es mit Facebook weitergeht.

Wie sehen Sie den Börsengang von Facebook? Wird es einer der größten Börsengänge alle Zeiten oder ist Facebook ein überbewertetes Geschäftsmodell?
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Dorothea Zeidler

Dorothea Zeidler beschäftigt sich besonders mit den Themen Public Relations, Marketing und Unternehmenskommunikation.

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01 Kommentare

hans jakob

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11.06.2012 - 18:06

Facebook ist an der Börse, mit einem Spektakel. Allerdings in die falsche Richtung. Zunächst. Wenn man die Bemühungen von Facebook sieht, neue Kanäle zur monetarisierung zu erschließen, dann wird die Aktie sicher nicht lange im aktuellen Kursbereich verharren. Börsianer bezahlen für Zukunftsaussichten und die hat Facebook. Nach wie vor.

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